← Alle Rechner

Zwei Methoden · ein Plausibilitätskorridor

Wie viele Kilowatt
braucht Ihr Haus wirklich?

Wohnfläche und Gebäudezustand mit dem realen Verbrauch abgleichen – anschließend die Leistung aus dem Angebot gegenprüfen.

StandortNur ein grober Klimakorridor – keine Norm-Außentemperatur.
01
GebäudeseiteFläche und energetischer Zustand ergeben einen ersten Leistungskorridor.
Energetischer Zustand
02
VerbrauchsseiteEin normalisiertes Mehrjahresmittel ist besser als ein einzelner milder Winter.
03
Angebot gegenprüfenLeistung des angebotenen Modells am kalten Auslegungspunkt eintragen.
01 · Gebäude

W/m² nur als Band

Ein Quadratmeterwert ist keine Heizlastberechnung. Als breiter Korridor zeigt er aber schnell, ob 8, 12 oder 20 kW überhaupt plausibel erscheinen.

02 · Verbrauch

Mehrere Winter zählen

Am besten eignet sich ein klimabereinigtes Mittel aus drei Jahren. Kachelofen, Leerstand, abgesenkte Räume oder ein milder Winter müssen separat erklärt werden.

03 · Datenblatt

Leistung bei Kälte

Die entscheidende Modellleistung steht nicht zwingend groß auf dem Prospekt. Prüfen Sie den Betriebspunkt aus Außentemperatur und benötigtem Vorlauf.

Warum zwei Methoden besser sind

Die Flächenmethode betrachtet Gebäudegröße und energetischen Zustand. Die Verbrauchsmethode startet beim realen Brennstoff- oder Energieeinsatz, korrigiert grob den alten Nutzungsgrad und zieht auf Wunsch Warmwasser ab. Stimmen beide Wege annähernd überein, wird das Angebot plausibler. Liegen sie weit auseinander, ist das keine Einladung zum Mittelwert – sondern ein Prüfauftrag.

Das Umweltbundesamt empfiehlt ausdrücklich eine passgenaue Dimensionierung durch Fachleute: Zu groß verursacht unnötige Investitionskosten, zu klein kann an kalten Tagen den Heizstab häufiger benötigen.

Was den Verbrauch verfälscht

  • Ein einzelner ungewöhnlich milder oder kalter Winter.
  • Zusatzheizung mit Holz, Solarthermie oder Klimageräten.
  • Nur teilweise beheizte Räume oder längere Abwesenheit.
  • Warmwasser, Zirkulation und alte Speicherverluste.
  • Sanierung innerhalb des betrachteten Zeitraums.
  • Zu hohe Raumtemperatur oder schlecht eingestellte Regelung.

Für Gas und Öl rechnet der Schnellcheck bewusst nur mit groben Energieinhalten. Der eingetragene Jahresnutzungsgrad soll die Verluste des alten Wärmeerzeugers abbilden.

Die Angebotsleistung richtig lesen

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe verliert bei sinkender Außentemperatur je nach Bauart Leistung, während die Heizlast des Hauses steigt. Deshalb ist „12-kW-Modell“ allein keine belastbare Aussage. Verlangen Sie die Heizleistung am örtlichen Auslegungspunkt und bei der geplanten Vorlauftemperatur.

Ebenso wichtig ist die kleinste modulierbare Leistung in der Übergangszeit. Ein großer Maximalwert mit hoher Mindestleistung kann häufiges Ein- und Ausschalten begünstigen. Der Schnellcheck zeigt deshalb zusätzlich eine bewusst strenge Orientierung von rund 30 % des Mittelwerts.

Was vor Auftrag vorliegen sollte

Für die finale Auswahl braucht es eine nachvollziehbare Heizlast nach DIN EN 12831 beziehungsweise der im Projektland angewendeten Regel, den hydraulischen Abgleich, die nötigen Vorlauftemperaturen und Produktdaten entlang der Heizkurve. Warmwasser und mögliche Sperrzeiten gehören als eigene Planungsaufgaben dazu.

Keine pauschale „Sicherheitsreserve“ auf eine bereits konservative Heizlast schlagen. Jede Reserve braucht eine nachvollziehbare Begründung.

Fachliche Grundlage

Grob prüfen.
Exakt auslegen.

Umweltbundesamt · optimale Größe BWP · Leitfaden Dimensionierung FWS · Leistungsgarantie Haustechnik klimaaktiv · Energieverbrauch Heizen EnergieSchweiz · Wärmepumpen

Nächster Schritt

Leistung passt –
Heizflächen auch?

Heizflächen prüfen