Seewasser & Stadtnetze Schweiz

Zürichs CoolCity: Warum zur Seewärme auch Tunnel und Gebäudetechnik gehören

Ein See in der Nähe ist noch keine fertige Wärmeversorgung. CoolCity in Zürich zeigt, wie viel Infrastruktur zwischen Wasser und Gebäude liegt. Für Eigentümer ist deshalb nicht nur die Energiequelle interessant, sondern auch der konkrete Anschluss und die Technik hinter der Übergabestelle.

Illustration einer Energiezentrale am Zürichsee mit städtischen Gebäuden im Hintergrund
Seewärme nutzen heißt auch: Leitungswege, Energiezentrale und Gebäudeanschluss gemeinsam planen.
In diesem Artikel

Kurz eingeordnet

Das Wichtigste auf einen Blick

  1. CoolCity verbindet Wärme- und Kälteversorgung mit gemeinsamer Infrastruktur.

  2. Projektbedarfe sind keine bereits gemessene vollständige Jahresproduktion.

  3. Ein Netzanschluss ersetzt nicht die Prüfung der gebäudeeigenen Versorgung.

303,7 Mio. CHF
2024 bewilligte Ausgaben für CoolCity laut Stadt
rund 115 GWh/Jahr
Wärmebedarf im Projektumfang laut ewz
über 37 GWh/Jahr
Kältebedarf im Projektumfang laut ewz

Was Zürich aufbaut

Die Stadt bewilligte im Juli 2024 Ausgaben von 303,7 Millionen Franken für CoolCity. Das Versorgungsgebiet liegt in der Innenstadt zwischen Hauptbahnhof und Bürkliplatz. Die aktuelle Projektbeschreibung von ewz nennt einen Wärmebedarf von rund 115 GWh und einen Kältebedarf von mehr als 37 GWh jährlich. Diese Grössen beschreiben den Projektumfang, keine hier nachgewiesene Vollbetriebsbilanz.

Ein Ausbau in Etappen

ewz berichtet, dass seit Herbst 2025 erste grosse Kunden Wärme und Kälte aus dem CoolCity-Netz beziehen. Das darf nicht mit einem bereits vollständig abgeschlossenen Ausbau gleichgesetzt werden. Der Betreiber beschreibt daneben laufende Infrastrukturarbeiten. Für ein bestimmtes Gebäude folgt aus einem Quartiersprojekt noch kein individuell bestätigter Anschlusstermin.

Warum Leitungswege mitentscheiden

Unsere Einordnung: Die Quelle muss mit einer Energiezentrale, Transportwegen und passenden Abnehmern verbunden werden. Bei einem dichten Stadtquartier gehören dafür auch Bauetappen und bestehende Nutzungen in die Planung. Fragen Sie bei einer Anschlussprüfung nach dem tatsächlich verfügbaren Angebot an Ihrer Adresse, dem Übergabepunkt und den noch offenen technischen Voraussetzungen.

Im Haus beginnt die nächste Aufgabe

Als Planungsbeispiel kann ein Anschluss eine Gebäudeheizung versorgen, während für Warmwasser oder Kühlung zusätzliche Fragen bleiben. Welche Temperaturen werden bereitgestellt? Welche Verbraucher sind im Vertrag erfasst? Welche Umbauten werden im Haus nötig? Diese Punkte gehören in dieselbe Variantenbetrachtung wie eine eigene Wärmepumpe; ein allgemeiner Projektwert ersetzt sie nicht.

Angebote mit derselben Aufgabe vergleichen

Für Eigentümer würden wir die einmaligen Anschluss- und Umbauarbeiten sowie die laufenden Preisbestandteile getrennt erfassen. Lassen Sie erläutern, wer welche Anlage betreibt und wie Unterhalt und Störungen behandelt werden. So lässt sich das konkrete Anschlussangebot bewerten. Die Herkunft der Umweltwärme allein ist noch keine vollständige Kosten- oder Komfortrechnung.

Quellen geprüft am 24.10.2026. Stadtbeschluss vom 10.07.2024 und aktuelle ewz-Projektbeschreibung. Bedarf und Ausbauziele nicht als gemessene Jahresproduktion oder fertiger Vollausbau dargestellt.

Netz oder Einzelanlage

Die konkrete Versorgung am Gebäude vergleichen.

Mit den eigenen Gebäudedaten und offenen Fragen weiterarbeiten.

Nachlesen & prüfen

Originalquellen

  1. 01Stadt Zürich: Ausgaben für CoolCity, 10.07.2024
  2. 02ewz: Seewasserverbund CoolCity
  3. 03ewz: Stand der Zürcher Wärme- und Kältenetze
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