Kühlen
Wärmepumpe kühlen: Stromverbrauch und Kosten rechnen
Wenige Euro oder mehrere hundert? Ohne Kältebedarf, Betriebszeit und Messgrenze ist keine dieser Zahlen eine brauchbare Prognose. Mit eigenen Annahmen lässt sich der Verbrauch dagegen nachvollziehbar aufteilen.

In diesem Artikel
Kurz eingeordnet
Das Wichtigste auf einen Blick
Kühlleistung in kW und Kältearbeit in kWh sind verschiedene Größen.
Für eine Saisonplanung braucht es eine passende mittlere Effizienz; ein einzelner EER ist kein Jahresversprechen.
Passive Kühlung benötigt ebenfalls Strom für Pumpen und Regelung.
Vom Kältebedarf zum Strombedarf
Für eine vereinfachte aktive Kühlrechnung teilen wir die bereitgestellte Kältearbeit durch die angenommene mittlere Effizienzzahl desselben Zeitraums. Hinzu kommt nur der Strom, der in dieser Zahl noch nicht berücksichtigt ist.
Eigene Beispielannahmen: 1.500 kWh Kältearbeit geteilt durch eine Effizienzzahl von 4 ergeben 375 kWh. Zusätzliche 80 W Hilfsleistung über 600 Stunden ergeben 48 kWh. Zusammen sind es 423 kWh; bei einem selbst gewählten Tarif von 0,30 je kWh ergeben sich 126,90 EUR oder CHF. Das ist eine Modellrechnung, kein Markt- oder Hausdurchschnitt.
| Angenommene mittlere Effizienz | Bereitstellung | Gesamter Strom | Variable Kosten bei 0,30/kWh |
|---|---|---|---|
| 3 | 500 kWh | 548 kWh | 164,40 |
| 4 | 375 kWh | 423 kWh | 126,90 |
| 5 | 300 kWh | 348 kWh | 104,40 |
Warum Nennleistung mal Betriebsstunden oft irreführt
Die Kühlleistung verändert sich mit Wasserzustand, Außenluft und Teillast. 500 Stunden eingeschaltete Anlage bedeuten nicht automatisch 500 Stunden Betrieb mit voller Nennleistung.
Im Rechner meint die optionale Eingabe aus kW und Stunden deshalb ausdrücklich äquivalente Volllaststunden. Beispiel: 3 kW mal 500 solcher Stunden ergeben 1.500 kWh Kältearbeit. Wo Messwerte vorliegen, ist die direkte Eingabe meist besser als diese vereinfachte Annahme.
EER, SEER und eigene Sommerbilanz
EER gehört zu einem benannten Betriebspunkt. SEER bewertet einen standardisierten saisonalen Ablauf. Eine eigene Sommerarbeitszahl entsteht aus Kälte- und Strommessung über denselben Zeitraum und dieselbe Bilanzgrenze.
Der Planungswert im Kostenrechner ist frei eingegeben. Er wird weder automatisch aus dem Heiz-SCOP abgeleitet noch einem Modell zugeschrieben. Für niedrige und hohe Sommerlasten sollten mehrere Szenarien gerechnet werden.
Passive Kühlung berechnen und richtig vergleichen
Im passiven Modus rechnen wir Pumpen- und Regelstrom aus elektrischer Leistung mal Zeit. Bei beispielhaften 80 W über 600 Stunden sind das 48 kWh und mit 0,30 je kWh variable Kosten von 14,40.
Diese Zahl ist nicht automatisch die billigere Lösung für dieselbe Raumwirkung. Der passive Modus im Rechner weist keine bereitgestellte Kältemenge nach. Verfügbare Quelle, Wassertemperatur und Raumflächen müssen die Aufgabe überhaupt erfüllen können.
Was im vollständigen Preis noch fehlt
Der Rechner zeigt variable Stromkosten, keine komplette Investitionsrechnung. Zu einem Angebot gehören je nach Bestand zusätzliche Raumgeräte, Leitungen, diffusionsdichte Dämmung, Kondensatführung, Regelung und elektrische Arbeiten.
Ein neuer Zähler oder Tarif kann weitere Fixkosten verursachen. Bei PV-Strom ist eine angesetzte Einspeisevergütung eine mögliche Opportunitätskostenannahme; der Jahresertrag allein beweist noch keinen zeitgleichen Überschuss im Kühlbetrieb.
- Kälte- und Strommessung mit eindeutigen Zeitgrenzen führen.
- Zusätzliche Verbraucher nur einmal zählen.
- Komfort und Raumumfang beim Systemvergleich gleich halten.
- Stromannahmen und vollständigen Montagepreis getrennt bewerten.
Häufige Fragen
Die wichtigsten Antworten
Kann ich den SCOP zum Kühlen verwenden?+
Nein. SCOP beschreibt die Heizsaison. Für Kühlung sind die passenden Kühlkennwerte und die betrachtete Messgrenze nötig.
Ist passives Kühlen kostenlos?+
Es benötigt Pumpen- und Regelstrom und eine geeignete Anlage. Investition, Wartung und gegebenenfalls Fixkosten kommen hinzu.
Sind die Beispielpreise aktuelle Stromtarife?+
Nein. Alle Preise und Nutzungswerte sind ausdrücklich eigene, veränderbare Rechenannahmen. Tragen Sie Ihren Vertragstarif ein.
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