Speicher & Stromverbrauch Global

Wärmepumpe mit Speicher: US-Feldversuch senkt den Strombedarf zur Spitzenzeit

Eine Wärmepumpe muss ihre Arbeit nicht immer vollständig in der Stunde erledigen, in der Wärme oder Kühlung gebraucht wird. Ein US-Feldversuch zeigt, wie ein zusätzlicher thermischer Speicher den Betrieb verändern kann. Die spannenden Zahlen betreffen allerdings den Kühlbetrieb und einen klar abgegrenzten Vergleich.

Redaktionelle Illustration einer Wärmepumpenanlage mit zusätzlichem thermischem Speichermodul in einem Wohnhaus
KI-generierte redaktionelle Illustration; keine Aufnahme eines dokumentierten Projektstandorts und keine Produktabbildung.
In diesem Artikel

Kurz eingeordnet

Das Wichtigste auf einen Blick

  1. Der Versuch fand in einem bewohnten Gebäude statt und untersuchte den Kühlbetrieb.

  2. Lastverschiebung, täglicher Energiebedarf und Stromkosten sind unterschiedliche Ergebnisse.

  3. Die Ergebnisse erlauben keine pauschale Aussage über jährliche Heizkosten in DACH.

rund 8 kW
bereitgestellte Kühlleistung im beschriebenen Versuch
2,21 → 1,35 kW
Leistungsaufnahme der Außeneinheit während unterstützten Betriebs
38,4 %
weniger Strom in den untersuchten Spitzenstunden

Was in dem Haus erprobt wurde

Eine im August 2026 veröffentlichte Arbeit aus dem Umfeld des Oak Ridge National Laboratory beschreibt eine Split-Wärmepumpe mit einem zusätzlichen thermischen Speicher. Als Speichermedium dient ein Material, das Energie beim Phasenwechsel aufnimmt beziehungsweise abgibt, kurz PCM.

Die Anlage wurde in einem bewohnten Wohngebäude während der Kühlsaison untersucht. Der Speicher ist auf der Kondensatorseite eingebunden. Im unterstützten Betrieb wird Wärme aus dem Kühlprozess zeitweise an diesen Speicher statt an die Außenluft abgegeben.

Welche Entlastung gemessen wurde

Bei ungefähr acht Kilowatt Kühlleistung sank die elektrische Aufnahme der Außeneinheit unter den beschriebenen Bedingungen von 2,21 auf 1,35 kW. Für die untersuchten Spitzenstunden geben die Autoren eine Verringerung des Strombezugs um 38,4 Prozent gegenüber dem Betrieb ohne Speicherunterstützung an.

Das ist ein Ergebnis für einen bestimmten Versuchsablauf und eine bestimmte Systemgrenze. Die Zahl beschreibt nicht die Einsparung des gesamten Hauses über ein Jahr.

Warum die Kostenangabe genauer gelesen werden muss

Die Arbeit nennt eine tägliche Kostensenkung von 27,7 Prozent. Wird der Vergleich auf dieselbe gelieferte Kühlmenge angeglichen, beträgt die angegebene Kostenersparnis 14,2 Prozent. Gerade diese zweite Betrachtung ist für die Einordnung wichtig.

Unsere Schlussfolgerung: Wer zwei Betriebsweisen bewertet, sollte zuerst sicherstellen, dass beide dieselbe Aufgabe und denselben Komfort liefern. Ein günstigerer Tagespreis allein sagt noch nicht, ob weniger Energie benötigt oder Verbrauch nur in andere Tarifzeiten verschoben wurde.

Speichergrößen und Regelung gehören zusammen

Eine weitere Veröffentlichung derselben Forschungsrichtung vom September 2026 untersucht Lastverschiebung mit Kältespeicherung durch Feldtests und Simulationen. Sie beschreibt eine andere Konfiguration. Ihre Ergebnisse lassen sich nicht mit dem August-Versuch zu einer gemeinsamen Rekordzahl kombinieren.

Für eine konkrete Anwendung würden wir zuerst fragen, welche Stunden entlastet werden sollen und welcher Speicherzustand davor erreichbar sein muss. Auch Platzbedarf, zusätzliche Aggregate und die Kontrolle des Komforts gehören in die Variantenbewertung.

Was für ein hiesiges Heizprojekt offenbleibt

Ein Kühlversuch in einem US-Haus belegt keine entsprechende Jahresersparnis einer Heizungswärmepumpe in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Dafür wären Messungen im Heizbetrieb, passende Wetterdaten und die örtlichen Tarifbedingungen erforderlich.

Der Feldversuch liefert dennoch einen nützlichen Prüfgedanken: Ein Speicher sollte an einer klar benannten Aufgabe gemessen werden. Geht es um niedrigere Leistung in bestimmten Stunden, um geringere Kosten oder um einen niedrigeren Energiebedarf? Erst mit diesem Ziel lässt sich beurteilen, ob der zusätzliche Aufwand sinnvoll ist.

Quellen geprüft am 19.10.2026. Ergebnisse des Kühlversuchs vom August 2026; Kostenvergleich mit gleicher Kühlmenge ausdrücklich getrennt. Keine Übertragung auf jährliche Heizkosten.

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Nachlesen & prüfen

Originalquellen

  1. 01ORNL: Field demonstration of a dual-season thermal energy storage-integrated heat pump, August 2026
  2. 02ORNL: Field testing and simulation of load shifting, 15.09.2026
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