Gasetagenheizung & Forschung Deutschland
Gasetagenheizung ersetzen: Fraunhofer untersucht kleine Wärmepumpen pro Wohnung
In einem Haus mit Gasetagenheizungen fällt selten jede Therme gleichzeitig aus. Genau das macht den gemeinsamen Umstieg schwierig. Fraunhofer ISE hat deshalb auch Lösungen untersucht, mit denen Wohnungen schrittweise auf Wärmepumpen umgestellt werden könnten.

In diesem Artikel
Kurz eingeordnet
Das Wichtigste auf einen Blick
Die untersuchte Wohnungswärmepumpe ist ein Labor-Demonstrator, kein hier belegter Serienersatz für jede Gastherme.
Eine hydraulisch erschlossene Wärmequelle bleibt auch bei einer wohnungsweisen Lösung notwendig.
Geräte, gemeinsame Infrastruktur und Modernisierungsreihenfolge müssen zusammen geplant werden.
- 4,9 kW
- Heizleistung des Wohnungs-Demonstrators bei B0/W55
- 150 g
- Propanfüllung dieses Labor-Demonstrators
- 28.07.2026
- Veröffentlichung der Ergebnisse durch Fraunhofer ISE
Eine Alternative für den schrittweisen Umbau
Fraunhofer ISE veröffentlichte am 28. Juli 2026 Ergebnisse des Projekts LC R290. Zusammen mit einem Konsortium aus 20 Unternehmen wurden unterschiedliche Konzepte für Mehrfamilienhäuser untersucht. Dazu gehörte eine dezentrale Lösung für Wohnungen, die bisher etwa von einzelnen Gasthermen versorgt werden.
Der dafür gebaute Demonstrator erreichte im Labor 4,9 kW Heizleistung am Prüfpunkt B0/W55. Er enthielt 150 Gramm Propan. Das sind konkrete Forschungsdaten zu einer bestimmten Ausführung.
Die Wärmequelle bleibt eine gemeinsame Aufgabe
Die beschriebene Lösung setzt eine hydraulisch zugängliche Quelle voraus, beispielsweise Erdwärme, Grundwasser oder ein Niedertemperatur-Wärmenetz. Es genügt deshalb nicht, eine Gastherme abzuhängen und an genau derselben Stelle ein anderes Gehäuse anzuschließen.
Unsere Einordnung: Noch vor der wohnungsweisen Geräteauswahl müsste geklärt werden, wie die Quelle erschlossen wird, welche Leitungen durchs Haus führen und wer diese Infrastruktur betreibt. Auch Platz, Zugänglichkeit und die Versorgung während des Umbaus gehören in das Konzept.
Was die geringe Kältemittelmenge bedeutet
Fraunhofer untersuchte im Projekt auch Sicherheitskonzepte für innen aufgestellte Propan-Wärmepumpen. Die geringe Füllmenge des Demonstrators ist dabei ein Teil der technischen Entwicklung. Sie ist keine pauschale Erlaubnis für einen beliebigen Aufstellort.
Ebenso beschreibt die Heizleistung am Prüfpunkt noch keinen Jahresverbrauch in einer konkreten Wohnung. Für eine Beschaffung müssten vorgesehener Einsatz, erforderliche Heizleistung und die vollständigen Herstellerunterlagen zusammenpassen.
Nicht jedes Haus braucht dieselbe Lösung
Neben der wohnungsweisen Variante entwickelte das Team auch ein kompaktes Baumuster einer zentralen Sole-Wasser-Wärmepumpe mit 28 kW bei B0/W55. Das zeigt, dass das Projekt mehrere Systemwege betrachtet hat.
Für ein bestehendes Haus wäre deshalb ein Variantenvergleich sinnvoll: Welche Arbeiten fallen zentral an? Wie lassen sich noch funktionierende Heizungen und spätere Wechsel berücksichtigen? Wo entstehen gemeinsame Kosten, und welche Aufgaben bleiben bei den einzelnen Wohnungen? Diese Fragen lassen sich nicht aus dem Gerätemaß allein beantworten.
Was Eigentümergemeinschaften jetzt vorbereiten können
Eine Bestandsaufnahme kann schon vor einer Geräteentscheidung beginnen. Hilfreich sind Angaben zu Alter und Zustand der vorhandenen Thermen, zum Bedarf der Wohnungen und zu möglichen Leitungswegen. Damit lässt sich ein konkreter Auftrag für eine gebäudeweite Planung formulieren.
Die vorgestellten Ergebnisse stammen aus einem Forschungsprojekt mit Laufzeit 2023 bis 2025 und einer Veröffentlichung im Juli 2026. Sie erweitern die technischen Möglichkeiten; ein nachgewiesener Serienpreis oder eine universelle Austauschlösung folgt daraus noch nicht.
Quellen geprüft am 19.10.2026. Forschungs- und Laborergebnisse; keine Behauptung einer serienreifen Austauschlösung oder pauschalen Montagefreigabe.
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