Industriewärme & Rückgewinnung Europa
Norwegen: Wie eine Futtermittelfabrik Abwärme wieder in den Prozess bringt
Nach dem Erhitzen müssen Futterpellets wieder abkühlen. Dabei entsteht ein warmer, feuchter Abluftstrom. In Trondheim wird diese Energie mit einer speziellen Wärmepumpenlösung wieder für die Produktion nutzbar gemacht. Das Beispiel zeigt, warum industrielle Abwärme eine genaue Prozessaufnahme verlangt.

In diesem Artikel
Kurz eingeordnet
Das Wichtigste auf einen Blick
Frigg nutzt warme, feuchte Abluft aus der Futtermittelproduktion.
Die Prozesskette verbindet eine Ammoniakstufe mit weiterer Dampfverdichtung.
Berichtete COP-Werte sind keine allgemeine Jahresarbeitszahl für andere Standorte.
- rund 65 °C
- Ablufttemperatur laut SINTEF-Projektbeschreibung
- zwei Kreisläufe
- gekoppelte Ammoniak- und Wasserdampfstufe
- 01.07.2026
- Datum des SINTEF-Berichts
Wo die Wärme anfällt
SINTEF beschrieb am 1. Juli die Anlage bei Felleskjøpet in Trondheim. Quelle ist etwa 65 Grad warme, feuchte Abluft aus der Pelletkühlung. Der Bericht erläutert eine gekoppelte Lösung mit Ammoniak- und Wasserdampfkreislauf. Beteiligte nennen einen erreichten COP von mehr als drei gegenüber einer zugesagten Grösse von 2,5. Das sind projektbezogene Angaben, keine hier unabhängig überprüfte Jahresbilanz.
Zwei Stufen für unterschiedliche Aufgaben
Die erste Stufe gewinnt Wärme aus der Abluft zurück; die weitere Verdichtung hebt den Dampf auf das für den Prozess benötigte Niveau. Damit beschreibt der Bericht eine vollständige Prozesskette. Die Erfahrung lässt sich nicht auf eine beliebige Einzelmaschine übertragen. Auch Feuchte, Verschmutzung und zeitliche Verfügbarkeit der Quelle gehören zur konkreten Aufgabe.
Zuerst den Betrieb aufnehmen
Unsere Einordnung: Vor einer Anbieteranfrage würden wir Wärmequelle und Verbraucher über denselben Produktionszeitraum erfassen. Wann läuft die Kühlung, wann wird Dampf gebraucht? Welche Unterbrechungen sind möglich? Ein Tagesmittel kann kurze Lastspitzen verdecken. Lassen Sie deshalb auch die Anforderungen der Produktion und die Messpunkte in das Lastprofil aufnehmen.
Reserve und Betreuung mitbestellen
Als Planungsbeispiel kann eine Wärmerückgewinnung wirtschaftlich interessant sein und trotzdem eine Reserve für Stillstand benötigen. Wer betreut die Gesamtanlage, wer prüft die Regelung zwischen den Stufen, und wie wird nach Änderungen an der Produktionslinie neu bewertet? Diese Fragen gehören vor die Beschaffung und dürfen nicht erst beim ersten Ausfall auftauchen.
Kennzahlen brauchen eine gemeinsame Grenze
Für die Erfolgskontrolle würden wir Strom, nutzbare Wärme und gegebenenfalls weitere Aggregate nachvollziehbar abgrenzen. Derselbe Umfang muss auch dem Vergleich mit der bisherigen Versorgung zugrunde liegen. Übertragbar ist die gemeinsame Betrachtung von Abwärme und Produktionsbedarf. Eine garantierte Einsparung oder ein COP für einen anderen Betrieb folgt aus dem Bericht nicht.
Quellen geprüft am 24.10.2026. SINTEF-Bericht vom 01.07.2026 mit Angaben beteiligter Unternehmen; Prozesskette und projektbezogener COP, keine unabhängige JAZ oder allgemeine Einspargarantie.
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