Direkt gegenübergestellt
E-Hybrid und zentrale Trinkwarmwasserbereitung
| Prüfpunkt | Combi Port E-Hybrid im dezentralen Konzept | Zentrale Trinkwarmwasserbereitung |
|---|---|---|
| Ort der Erwärmung | Trinkwasser wird in der Wohnungsstation erwärmt | Trinkwarmwasser wird zentral bereitgestellt und verteilt |
| Zusatzwärme | Elektrischer Booster hebt bei Bedarf die Primärtemperatur an | Temperaturniveau wird im zentralen Versorgungskonzept erzeugt |
| Trinkwarmwasser-Zirkulation | Kann im entsprechenden Gebäudekonzept entfallen | Bei einem Netz mit Zirkulation entstehen zusätzliche Leitungswege |
| Elektrische Planung | Boosterleistung und Gleichzeitigkeiten der Stationen berücksichtigen | Elektrische Verbraucher des zentralen Konzepts berücksichtigen |
| Wartung | Zugängliche Stationen in den Wohnungen einplanen | Zentrale Technik sowie Verteilnetz betreuen |
Vergleich zweier Versorgungskonzepte, kein pauschaler Wirtschaftlichkeitsnachweis. Eine bereits dezentrale Wohnungsstation ist ein anderer Vergleichsfall als eine zentrale Anlage.
Belege: Uponor DE: Combi Port E-Hybrid – Funktionsweise und Komponenten ↗ · Uponor: Combi Port E-Hybrid – Montage- und Bedienungsanleitung (PDF) ↗ · GF Building Flow Solutions: Produkthighlights auf der SHK+E 2026 (Hersteller-Pressemitteilung) ↗
Der Booster erwärmt die Heizungsseite
Die Herstellerbeschreibung und das Hydraulikschema zeigen einen elektrischen Durchlauferhitzer im Primärkreis der Station. Ein Wärmetauscher überträgt die Wärme auf das Trinkwasser. Dazu kommen elektronische Regelung und ein motorisches Dreiwegeventil. Die Nachheizung ist damit Teil eines abgestimmten hydraulischen Konzepts.
Für die Wärmepumpe ist dieser Ansatz interessant, weil Heiznetz und Trinkwarmwasserbedarf unterschiedliche Temperaturniveaus verlangen können. Unsere Einordnung: Das ganze Gebäude dauerhaft für einzelne Warmwasser-Zapfungen auf eine höhere Temperatur zu bringen, ist eine andere Betriebsstrategie als die bedarfsgerechte Anhebung an einer Station.
Belege: Uponor DE: Combi Port E-Hybrid – Funktionsweise und Komponenten ↗ · Uponor: Combi Port E-Hybrid – Montage- und Bedienungsanleitung (PDF) ↗
Eine dokumentierte Neuheit von 2025
GF stellte Combi Port E-Hybrid auf der ISH 2025 vor und zeigt die Station weiterhin in den Produkthighlights 2026. Im deutschen Katalog ist beispielsweise die 400-V-/15-kW-Variante mit Artikelnummer 1161061 ab dem 1. Juli 2025 als verfügbar geführt. Diese Daten beschreiben diesen Artikel und keine beliebige Station.
Bei der Auswahl müssen Ausstattung, Schrank, Verteiler und elektrische Ausführung zusammenpassen. Der Vergleich sollte auch die tatsächlich benötigte Zapfleistung bei den geplanten Temperaturen enthalten. Eine maximale Durchflussangabe ohne Temperaturbedingungen reicht dafür nicht.
Belege: GF / Uponor: Pressemappe ISH 2025 – Innovationen und Produktvorstellungen ↗ · GF Building Flow Solutions: Produkthighlights auf der SHK+E 2026 (Hersteller-Pressemitteilung) ↗ · Uponor DE: Combi Port E-Hybrid PR 400 V / 15 kW, Artikel 1161061 – verfügbar ab 1. Juli 2025 ↗
Was sich im Leitungsnetz verändert
Der Hersteller beschreibt ein dezentrales, bedarfsgerechtes Konzept, das die zentrale Trinkwarmwasser-Zirkulationsleitung überflüssig machen kann. Das betrifft den Trinkwasserkreis; die Heizwasserverteilung zu den Stationen bleibt eine eigene Planungsaufgabe. Auch die Wege innerhalb der Wohnung müssen betrachtet werden.
Unsere Einordnung: Weniger zentrale Trinkwarmwasserleitungen können eine Sanierung verändern. Das bedeutet aber weder sofort warmes Wasser an jeder beliebig entfernten Armatur noch eine automatische Hygienezusage. Leitungslängen, Wasseraustausch, Temperatureinstellungen und Betrieb gehören weiterhin zur Bewertung der gesamten Trinkwasseranlage.
Belege: GF Building Flow Solutions: Produkthighlights auf der SHK+E 2026 (Hersteller-Pressemitteilung) ↗
Wärmepumpe und Booster gemeinsam rechnen
Die zusätzliche Wärme aus dem elektrischen Booster muss in die Energiebilanz eingehen. Für ein Mehrfamilienhaus sind außerdem Anschlussleistung und Gleichzeitigkeit der Zapfungen relevant. Eine mögliche Verbesserung des Wärmepumpenbetriebs ist deshalb gemeinsam mit dem Strombedarf der Stationen zu bewerten.
Lassen Sie die angebotenen Konzepte mit derselben Anzahl Wohnungen, demselben Warmwasserbedarf und denselben Randbedingungen vergleichen. Dazu gehören Investition, Leitungsverluste, Zusatzstrom, Wartungszugang und Abrechnung. Prozentuale Herstellerangaben können einen Vergleich anregen, ersetzen aber keine nachvollziehbare Rechnung für das Gebäude.
- Elektrische Anschlussleistung pro Station und für das Gebäude klären.
- Zapfleistung bei den geplanten Vorlauf- und Trinkwassertemperaturen prüfen.
- Heizwasser- und Trinkwasserverteilung im Schema getrennt darstellen.
Für Ihr Angebot
Diese Fragen
mitnehmen.
- Welche Zapfleistung erreicht die angebotene Station bei unserer Heiznetztemperatur?
- Wie werden elektrische Leistung und Gleichzeitigkeiten berücksichtigt?
- Welche Leitungen und Zirkulationsstrecken entfallen im konkreten Gebäudekonzept?
Häufige Fragen
Kurz beantwortet.
Ist das ein Durchlauferhitzer direkt im Trinkwasser?
Der elektrische Booster der E-Hybrid sitzt laut Hersteller auf der Primär- beziehungsweise Heizungsseite. Das Trinkwasser wird über den Wärmetauscher erwärmt.
Spart die Station in jedem Gebäude dieselbe Energiemenge?
Nein. Das Ergebnis hängt unter anderem von Temperaturniveau, Zapfprofil, Leitungsverlusten, Wärmepumpenbetrieb und zusätzlichem Boosterstrom ab. Die Wirtschaftlichkeit muss für das vollständige Gebäudekonzept berechnet werden.

