Was das Öko-Institut untersucht hat
Das am 7. Oktober 2026 veröffentlichte Working Paper gehört zum Projekt „Wärmepumpe? Kann ich!“. Ausgewertet wurden Antworten von 4.299 Eigentümern, die ihr Haus selbst bewohnen. 1.460 hatten bereits eine Wärmepumpe, 2.839 ein anderes Heizsystem. Die Befragung wurde Ende April 2026 über co2online und das WohnKlima-Panel von Haus & Grund verbreitet.
94,9 Prozent der Wärmepumpennutzer bezeichneten sich als zufrieden oder sehr zufrieden. 1,2 Prozent waren unzufrieden oder sehr unzufrieden. Das ist ein deutliches Ergebnis innerhalb der untersuchten Gruppe.
Warum die Zahl nicht für alle Haushalte steht
Die Autoren benennen eine wichtige Einschränkung: Die Teilnehmer wurden nicht zufällig aus allen Hauseigentümern ausgewählt. Beide angesprochenen Gruppen interessieren sich überdurchschnittlich für Energie- und Klimathemen. Die Ergebnisse dürfen deshalb nicht als repräsentative Zufriedenheitsquote für Deutschland gelesen werden.
Außerdem wurden Einschätzungen abgefragt. Zufriedenheit sagt etwas über die wahrgenommene Alltagstauglichkeit aus, liefert aber keine gemessene Jahresarbeitszahl und keinen geprüften Vergleich der Heizkosten.
Viele warten aus nachvollziehbaren Gründen
Unter den Befragten ohne Wärmepumpe, die einen Kauf grundsätzlich nicht ausschließen, nennen 51,1 Prozent die noch nicht erreichte Lebensdauer der bestehenden Heizung als Grund gegen einen bisherigen Umstieg. 46,3 Prozent führen hohe Anschaffungskosten an. Die Frage lautet für viele also: Wann ist für mein Haus der richtige Zeitpunkt für den Umstieg?
Unsere Einordnung: Bei einer jüngeren, funktionierenden Heizung gehört der komplette Umbauaufwand in die Rechnung. Ebenso sinnvoll ist es, frühzeitig die Heizlast, verfügbare Aufstellorte und den Zustand der Heizflächen zu klären. Dann muss die Planung später nicht unter Zeitdruck beginnen.
Beim Nachbarn nach konkreten Erfahrungen fragen
Ein Gespräch mit einem zufriedenen Besitzer kann hilfreich sein. Besonders nützlich wird es, wenn nicht nur die Gerätemarke genannt wird. Fragen Sie nach Gebäudegröße, Heizkörpern oder Fußbodenheizung, Warmwasserbedarf und dem dokumentierten Stromverbrauch.
Für einen fairen Vergleich sollten außerdem dieselben Verbraucher erfasst sein: nur der Verdichter oder auch Heizstab und externe Pumpen? Solche Unterschiede erklären mehr als die Aussage, eine Anlage laufe „günstig“.
Aus Interesse eine belastbare Entscheidung machen
Die Befragung ist ein guter Anlass, die eigene Ausgangslage aufzunehmen. Sammeln Sie Abrechnungen, notieren Sie bekannte Komfortprobleme und lassen Sie die erforderlichen Temperaturen sowie mögliche Verbesserungen fachlich bewerten. Aus diesen Unterlagen lässt sich ein konkretes Angebot ableiten.
Der im Forschungsprojekt vorgesehene Feldtest zur Eignungsprüfung ist im Working Paper noch ein nächster Schritt. Die Befragung selbst belegt daher keinen bereits abgeschlossenen Praxistest zur Temperaturabsenkung.
Quellen geprüft am 19.10.2026. Working Paper vom 07.10.2026; nicht repräsentative Befragung, keine technische Feldmessung.


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