← Alle Komponenten & Systeme

Systemporträt · Reflex · Druckhaltung

Reflex N: Ausdehnungsgefäß für die Wärmepumpe richtig einordnen

Ein Ausdehnungsgefäß fällt oft erst auf, wenn der Anlagendruck schwankt. Beim Wärmepumpenumbau gehört es schon in die Planung. Wasserinhalt, Temperaturbereich und Druckverhältnisse bestimmen, ob das vorhandene oder integrierte Gefäß ausreicht.

Bei der WärmepumpeAufnahme der Volumenänderung im geschlossenen Heiz- oder freigegebenen Kühlwasserkreis der Wärmepumpe.

Funktionsgrafik zu Reflex N: abstrakte Symbole zeigen die Aufgaben im Wärmepumpensystem

Redaktionelle Funktionsgrafik: Druckhaltung im geschlossenen Wärmepumpenkreis. Die Symbole erklären Aufgaben im Wärmepumpensystem und sind kein Montageplan.

Grafik: Redaktion Wärmepumpe.tech · Bildquelle ↗

Vorab

Worauf es
ankommt.

  1. 01Das Gefäßvolumen wird aus dem gesamten angeschlossenen System abgeleitet, nicht allein aus der kW-Zahl der Wärmepumpe.
  2. 02Werkseitiger Vordruck, benötigter Vordruck und Anlagenfülldruck sind unterschiedliche Angaben.
  3. 03Ein Gefäß für geschlossene Heizkreise ist kein beliebig austauschbares Trinkwasser-Ausdehnungsgefäß.
Bauteil
Membran-Druckausdehnungsgefäß
Einsatz
Geschlossene Heiz- und Kühlwassersysteme
Auswahlbasis
Anlageninhalt, Temperatur und Druck

Belege: Reflex CH: Reflex N – Membran-Druckausdehnungsgefäß, Referenz N 50 ↗ · Bundesverband Wärmepumpe: Leitfaden Hydraulik – Grundschemata, Volumenstrom und Auslegung ↗

Direkt gegenübergestellt

Integriertes Gefäß und zusätzliches Reflex N: auf die gesamte Anlage beziehen

Integriertes Gefäß und zusätzliches Reflex N: auf die gesamte Anlage beziehen
PrüfpunktIm Gerät vorhandenes GefäßZusätzlich vorgesehenes Reflex N
KapazitätFür den zulässigen Anlagenbereich des Geräts prüfenFür den angeschlossenen Anlageninhalt auswählen
Nach ErweiterungPuffer und neue Kreise können den Bedarf ändernEinbau ergänzt nur ein berechnetes Druckhaltungskonzept
EinstellwerteVordruck und Fülldruck nach Gerät und AnlageVordruck und Fülldruck nach konkreter Auslegung
WartungPrüfbarkeit und Herstellerverfahren beachtenZugänglichkeit und geeigneten Gefäßanschluss planen

Ein zusätzliches Gefäß ist keine pauschale Pflicht. Entscheidend sind nutzbare Kapazität, hydraulische Verbindung und die passende Einstellung des gesamten Systems.

Belege: Reflex CH: Reflex N – Membran-Druckausdehnungsgefäß, Referenz N 50 ↗ · Bundesverband Wärmepumpe: Leitfaden Hydraulik – Grundschemata, Volumenstrom und Auslegung ↗

01

Die Druckhaltung begleitet den gesamten Wasserinhalt

Mit wechselnder Temperatur verändert das Wasser sein Volumen. Ein Membran-Druckausdehnungsgefäß nimmt diese Änderung auf und gehört damit zu einer stabilen Druckhaltung. Reflex ordnet die N-Baureihe geschlossenen Heiz- und Kühlwassersystemen zu.

Für die Wärmepumpe zählt der tatsächlich hydraulisch angeschlossene Inhalt: Gerät, Rohre, Heizflächen und ein gegebenenfalls vorhandener Puffer. Wird ein neuer Speicher ergänzt, muss die Eignung der bisherigen Druckhaltung erneut beurteilt werden.

Belege: Reflex CH: Reflex N – Membran-Druckausdehnungsgefäß, Referenz N 50 ↗ · Bundesverband Wärmepumpe: Leitfaden Hydraulik – Grundschemata, Volumenstrom und Auslegung ↗

02

Die Leistung allein bestimmt die Gefäßgröße nicht

Zwei Wärmepumpenanlagen mit gleicher Heizleistung können unterschiedliche Wasservolumen und Druckverhältnisse haben. Deshalb ist eine Gefäßempfehlung allein anhand einer kW-Klasse unvollständig. Der geplante Temperaturbereich gehört ebenso zur Auswahl wie die Druckgrenzen der angeschlossenen Komponenten.

Im Angebot werden die Auslegungsannahmen benannt. Wenn das Gerät bereits ein Gefäß enthält, wird dessen nutzbarer Beitrag berücksichtigt. Ein Zusatzgefäß wird erst mit einer nachvollziehbaren Aufgabe und einer passenden Verbindung ins System vorgesehen.

Belege: Bundesverband Wärmepumpe: Leitfaden Hydraulik – Grundschemata, Volumenstrom und Auslegung ↗ · Reflex CH: Reflex N – Membran-Druckausdehnungsgefäß, Referenz N 50 ↗

03

Vordruck und Fülldruck nicht verwechseln

Ein auf dem Gefäß genannter werkseitiger Vordruck ist ein Lieferzustand. Ob er für das Gebäude passend ist, wird aus dem Druckhaltungskonzept bestimmt. Der Anlagenfülldruck ist wiederum eine andere Größe. Beide Angaben sollten im Inbetriebnahmeprotokoll eindeutig erscheinen.

Auch die Umwälzpumpenförderhöhe ist nicht der Vordruck des Gefäßes. Die Pumpe überwindet im geschlossenen Kreislauf die Strömungswiderstände; die Druckhaltung sorgt für die vorgesehenen Druckbedingungen der Anlage. Diese Aufgaben bleiben bei einem Wärmepumpenumbau getrennt zu berechnen.

Belege: Bundesverband Wärmepumpe: Leitfaden Hydraulik – Grundschemata, Volumenstrom und Auslegung ↗ · Reflex CH: Reflex N – Membran-Druckausdehnungsgefäß, Referenz N 50 ↗

04

Heizwasser, Kühlwasser und Trinkwasser unterscheiden

Das hier vorgestellte Reflex N gehört zum geschlossenen Heiz- beziehungsweise geeigneten Kühlkreis. Auf der Trinkwasserseite eines Wärmepumpenspeichers gelten andere Produktanforderungen. Gleiche Gefäßfarbe oder Anschlussgröße reicht dort nicht als Auswahlkriterium.

Bei einer Glykolmischung werden Medienfreigaben und Auslegungsdaten geprüft. Auch die zulässige Temperatur am Gefäß ist vom gesamten Systemtemperaturbereich zu unterscheiden. Deshalb wird die konkrete Artikelnummer anhand ihrer Unterlage ausgewählt, statt alle Grenzwerte der Produktfamilie gleichzusetzen.

Belege: Reflex CH: Reflex N – Membran-Druckausdehnungsgefäß, Referenz N 50 ↗ · Bundesverband Wärmepumpe: Leitfaden Hydraulik – Grundschemata, Volumenstrom und Auslegung ↗

05

Prüfbare Druckhaltung statt verstecktes Bauteil

Für einen zuverlässigen Betrieb muss das Gefäß erreichbar und nach dem vorgesehenen Verfahren prüfbar bleiben. Sein Anschluss und die dazugehörige Servicearmatur werden so geplant, dass die Druckhaltung im normalen Betrieb wirksam mit dem Kreis verbunden ist.

Wiederholtes Nachfüllen oder große Druckschwankungen sind ein Anlass, den Anlagenzustand zu untersuchen. Das bloße Nachrüsten eines beliebig größeren Gefäßes ersetzt keine Ursachenprüfung. Das Protokoll umfasst Gefäßmodell, Auslegungsannahmen, Druckwerte und den geplanten Wartungsablauf.

Belege: Reflex CH: Reflex N – Membran-Druckausdehnungsgefäß, Referenz N 50 ↗ · Bundesverband Wärmepumpe: Leitfaden Hydraulik – Grundschemata, Volumenstrom und Auslegung ↗

Für Ihr Angebot

Diese Fragen
mitnehmen.

  1. Welcher gesamte Wasserinhalt liegt der Auslegung zugrunde?
  2. Reicht die nutzbare Kapazität des integrierten Gefäßes aus?
  3. Welche Vordruck- und Fülldruckwerte sind für das Gebäude vorgesehen?
  4. Welche konkrete Ausführung ist für Medium und Temperatur freigegeben?
  5. Wie werden Anschluss und spätere Prüfung zugänglich ausgeführt?
Angebot als PDF prüfen →

Häufige Fragen

Kurz beantwortet.

Wie viele Liter braucht meine Wärmepumpe?

Das lässt sich aus der Geräteleistung allein nicht seriös festlegen. Anlageninhalt, Temperaturbereich und Druckhaltungskonzept gehören zur Berechnung.

Ist ein Heizungsgefäß auch für Trinkwasser geeignet?

Die Anwendungen werden getrennt ausgewählt. Eine Eignung für geschlossene Heizkreise ist keine Trinkwasserfreigabe.

Reicht es, den werkseitigen Vordruck beizubehalten?

Nur wenn er zur konkreten Auslegung passt. Der Lieferwert wird bei der Inbetriebnahme geprüft und mit den vorgesehenen Anlagenwerten dokumentiert.

Originalquellen

Nachlesen
und prüfen.

Herstellerunterlagen und Fachverband. Redaktionelle Einordnung anhand dieser Dokumentation.

Abgerufen: 10.10.2026
  1. Reflex CH: Reflex N – Membran-Druckausdehnungsgefäß, Referenz N 50↗
  2. Bundesverband Wärmepumpe: Leitfaden Hydraulik – Grundschemata, Volumenstrom und Auslegung↗

WP.tech Newsletter

Praxiswissen.
Direkt ins Postfach.

Neue Ratgeber, hilfreiche Prüffragen und ausgewählte Wärme- und Energie-Meldungen. Gelegentlich, verständlich und kostenlos.

Was Sie erwartet