Was die Studie tatsächlich auswertet
Fraunhofer ISE und Öko-Institut stellten die zweite Ausgabe ihrer Analyse am 5. August 2026 vor. Sie erfasst rund 380 Wärmepläne, die zusammen etwa 940 Kommunen betreffen. Da ein Plan mehrere Gemeinden umfassen kann, ist die Zahl der Pläne kleiner als die der Kommunen.
Die Studie untersucht geplante Entwicklungen. Sie misst weder den heutigen Heizungsmix jedes deutschen Gebäudes noch den tatsächlichen Ausbaustand im Jahr 2045. Diese Unterscheidung ist für Kauf- und Sanierungsentscheidungen zentral.
Zwei Säulen im Zielbild für 2045
In den untersuchten Kommunen sollen Wärmepumpen 2045 rund 41 Prozent der Wärmeversorgung abdecken, leitungsgebundene Wärme rund 36 Prozent. Die Zahlen sind Anteile am Wärmebedarf der untersuchten Planungsszenarien. Sie bedeuten nicht, dass 41 Prozent der Häuser eine eigene Wärmepumpe erhalten und 36 Prozent einen Netzanschluss.
In kleineren und mittleren Orten erscheint die dezentrale Wärmepumpe besonders häufig als Lösung. Verdichtete Stadtbereiche planen stärker mit Wärmenetzen. Lokale Abwärme, Geothermie, Grundstücksverhältnisse und Strominfrastruktur verändern die passende Kombination.
41 plus 36 Prozent ergibt einen Anteil am modellierten Wärmebedarf; es handelt sich nicht um einen bereits realisierten Marktanteil.
Ein Wärmenetz auf der Karte ist noch keine Wärmelieferung
Laut Studie haben 71 Prozent der untersuchten Kommunen bereits mindestens ein Wärmenetz; die Planungen sehen 91 Prozent bis 2030 und 95 Prozent bis 2035 vor. Entscheidend ist für ein bestimmtes Gebäude jedoch die Lage zur tatsächlichen Trasse, der Bauzeitpunkt und die angebotenen Konditionen.
In mehr als der Hälfte der Pläne fehlt eine konkrete Angabe, woraus die Netzwärme künftig erzeugt werden soll. Wo sie vorhanden ist, tauchen unter anderem Wärmepumpen und biogene Energieträger, ergänzt um lokale Abwärme und Geothermie, auf. Ein als Fernwärmegebiet markierter Stadtteil verrät daher noch nicht, welche Anlage zu welchem Preis versorgt.
Sanierungsannahmen prägen das Ergebnis
Über die ausgewerteten Pläne sinkt der angenommene Endenergiebedarf für Wärme bis 2045 um rund 32 Prozent. Zwei Drittel der untersuchten Kommunen rechnen bei Gebäuden mit einer jährlichen Sanierungsrate oberhalb des historischen Vergleichswerts von etwa einem Prozent.
Wenn diese Sanierung langsamer verläuft, müssen Wärmeerzeugung und Netze womöglich mehr liefern als im Plan angenommen. Die Forschenden empfehlen deshalb transparente Annahmen und zusätzliche Szenarien. Für Eigentümer bedeutet das: Auch mit potenziellem Netzanschluss bleibt die energetische Qualität des Hauses relevant.
Vier Fragen vor dem Heizungstausch
Der lokale Wärmeplan ist ein Startpunkt. Verbindliche Informationen zu Anschlussmöglichkeiten liefert erst der jeweilige Netzbetreiber oder die Kommune mit konkreten Ausbauentscheidungen. Wer zeitnah eine ausgefallene Heizung ersetzen muss, sollte sich nicht auf eine ungesicherte Trasse verlassen.
Parallel lässt sich die Eignung einer eigenen Wärmepumpe anhand der Heizlast, Heizflächen, Vorlauftemperatur und des Aufstellorts prüfen. Beide Wege gehören mit realistischen Investitions- und Betriebskosten verglichen.
- Ist für meine Adresse eine konkrete Trasse samt Zeitplan und Betreiber benannt?
- Welche Anschlusskosten, Preisbestandteile und Vertragslaufzeiten werden angeboten?
- Welche Vorlauftemperatur benötigt mein Haus an kalten Tagen?
- Welche Übergangslösung ist erforderlich, falls das Netz später kommt?


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