← Alle Meldungen

Wärmemix · Schweiz

Schweiz 2025: Biomasse und Umweltwärme prägen die erneuerbare Wärme

Strommix und Wärmemix sind zwei verschiedene Bilanzen. Die Schweizer Statistik macht sichtbar, warum eine Diskussion nur über Solarmodule oder nur über Heizungen zu kurz greift.

Nahaufnahme von Holzpellets als Brennstoff für erneuerbare Wärme aus Biomasse
Holzpellets sind ein standardisierter Biomassebrennstoff; Herkunft, Lagerung und Emissionen bleiben Teil der Bewertung.
30,6 %
erneuerbarer Endenergieanteil
68,3 %
erneuerbare Inland-Stromproduktion
47,2 %
Biomasseanteil an erneuerbarer Wärme
Veröffentlicht: 25.08.2026Lesezeit: 7 Min.
Fachlich eingeordnet vonMartin Kania

Heizungsmonteur & Sanitärinstallateur · über 30 Jahre Praxis · aktualisiert 25.08.2026

Praxisprofil ansehen

Kurz eingeordnet

Drei Punkte
ohne Schlagzeilenlärm.

  1. 01Wasserkraft dominiert den erneuerbaren Strom, Photovoltaik ist inzwischen die zweitgrößte erneuerbare Stromproduktion.
  2. 02Bei erneuerbarer Wärme lagen Biomasse und Umweltwärme 2025 klar vorn.
  3. 03Technologien dürfen nicht über Prozentwerte aus unterschiedlichen Bilanzgrenzen verglichen werden.

Der neue Datenstand des BFE

Der Vorabzug der Schweizer Statistik der erneuerbaren Energien weist für 2025 einen erneuerbaren Endverbrauch von 238.304 TJ aus. Der Anteil am gesamten Endenergieverbrauch betrug 30,6 Prozent. Von der inländischen Netto-Elektrizitätsproduktion waren 68,3 Prozent erneuerbaren Ursprungs.

Bei der erneuerbaren Stromproduktion bleibt Wasserkraft die tragende Säule. Das BFE hebt zugleich hervor, dass Photovoltaik deutlich gewachsen ist und nun nach der Wasserkraft die zweitgrößte erneuerbare Stromproduktion stellt.

Wärme kommt aus anderen Quellen

Bei der genutzten erneuerbaren Wärme entfielen 47,2 Prozent auf Biomasse und 35,1 Prozent auf Umweltwärme. Umweltwärme wird typischerweise mit Wärmepumpen aus Luft, Erdreich oder Wasser nutzbar gemacht. Weitere Beiträge stammen unter anderem aus erneuerbaren Abfallanteilen, Solarthermie und Biogasen.

Die Anteile zeigen keine Rangliste für ein einzelnes Haus. Platz, Emissionen, Gebäudezustand, Temperaturbedarf, Brennstofflogistik und lokale Infrastruktur entscheiden über die passende Lösung.

  • Strom und Wärme getrennt bilanzieren
  • Nutzenergie und Endenergie nicht vermischen
  • Gebäudeentscheidung lokal treffen

Was Hauseigentümer daraus mitnehmen können

Die Statistik spricht für einen breiten Technologiemix. Sie ersetzt weder eine Heizlastberechnung noch einen Vergleich von Investition und Betrieb. Für ein konkretes Projekt sollten Wärmepumpe, Biomasse, Wärmenetz und Solaroptionen mit denselben Nutzwärme-Annahmen gerechnet werden.

Systemstatistik beschreibt das Land. Gebäudeplanung beschreibt das Haus – beides darf nicht verwechselt werden.

Originalquellen

Zahl und Aussage
selbst prüfen.

Bundesamt für Energie – Statistik der erneuerbaren Energien 2025 (Vorabzug)Bundesamt für Energie – Gesamtenergiestatistik 2025