Grosswärmepumpen & Abtauen Schweiz
560 kW in Bussnang: Warum beim Abtauen nicht die ganze Wärmepumpe stillstehen muss
Bei grossen Luft/Wasser-Wärmepumpen zählt nicht nur die Leistung auf dem Datenblatt. Auch während des Abtauens muss die Versorgung zur Aufgabe passen. Eine im Oktober aufgegriffene Referenz aus Bussnang zeigt, wie der Hersteller diese Frage über mehrere Rückwärmer gelöst hat.

In diesem Artikel
Kurz eingeordnet
Das Wichtigste auf einen Blick
Die Referenz beschreibt eine bereits 2025 in Betrieb genommene Anlage, keinen Neubeginn im November 2026.
Beim Abtauen eines Rückwärmers sollen nach Herstellerangabe rund zwei Drittel der Heizleistung erhalten bleiben.
Verfügbare Leistung, Abtaustrategie und Effizienz sind unterschiedliche Kennwerte.
- 560 kW
- genannte Heizleistung der Referenz
- 3
- Rückwärmer im beschriebenen System
- 2025
- Inbetriebnahme laut Hersteller
Welche Anlage der Hersteller beschreibt
Die Heim AG nennt für den Stadler-Rail-Standort Bussnang eine Luft/Wasser-Wärmepumpe LSWM pro Titan mit 560 kW und Propan als Kältemittel. Die Referenz führt 2025 als Inbetriebnahmejahr. Die Anlage übernimmt Heizen und Kühlen. Zwei bisherige Gasheizungen werden ersetzt; ein Kessel bleibt für Spitzenlasten bestehen. Diese Angaben stammen vom beteiligten Hersteller.
Drei Rückwärmer statt einer gemeinsamen Unterbrechung
Zum Konzept gehören ein projektspezifisches Hydraulikmodul und drei Rückwärmer. Laut Heim kann ein Rückwärmer während des Heizbetriebs abgetaut werden, während rund zwei Drittel der Heizleistung verfügbar bleiben. Das ist eine Aussage zur beschriebenen Betriebsstrategie. Aus ihr lässt sich weder eine allgemeine Einsparquote noch die Jahresarbeitszahl anderer Geräte ableiten.
Was sich daraus für Angebote lernen lässt
Unsere Einordnung: Bei einer Anlage mit mehreren Einheiten lohnt eine Frage nach dem Verhalten in besonderen Betriebszuständen. Welche Leistung bleibt beim Abtauen verfügbar? Wie werden Wärmeerzeuger, Speicher und Wärmeverteilung aufeinander abgestimmt? Lassen Sie sich die Antwort für den vorgesehenen Betriebspunkt erläutern. Die blosse Summe mehrerer Nennleistungen beantwortet diese Fragen noch nicht.
Den Spitzenlastkessel sichtbar mitbewerten
Wer eine Anlage mit zusätzlichem Kessel vergleicht, sollte die Aufgabenverteilung ausdrücklich festhalten. Welche Lasten deckt die Wärmepumpe, welche der zweite Erzeuger? Welche Messwerte werden später erfasst? Unser Vorschlag ist, die geplanten Funktionen bereits im Angebot zu benennen. Damit lässt sich bei der Übergabe prüfen, ob das tatsächlich gebaute System zum vereinbarten Konzept passt.
Eine Referenz als Gesprächsgrundlage nutzen
Das Beispiel ist keine Vorlage, die unverändert auf ein Wohnhaus übertragen werden kann. Es liefert aber konkrete Fragen für die Planung: zum Lastprofil, zur Aufteilung der Leistung und zur Regelung. Entscheidend bleibt der eigene Bedarf. Eine dokumentierte Inbetriebnahme und nachvollziehbare Betriebsdaten sind für die spätere Beurteilung wertvoller als eine einzelne grosse Kilowattzahl.
Quellen geprüft am 01.11.2026. Projekt-, Termin- und Programmaussagen beziehen sich auf die verlinkten Quellen; aktuelle Änderungen vor einer Entscheidung beim Anbieter prüfen.
Am eigenen Haus weiterdenken
Offene Fragen für die Planung sammeln.
Mit verständlichen Rechnern die eigenen Annahmen prüfen und die nächsten Fragen für den Fachbetrieb vorbereiten.
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