Wie rechne ich Gasverbrauch in Wärmepumpenstrom um?
Verwenden Sie die Kilowattstunden auf der Jahresrechnung, nicht die Kubikmeter am Gaszähler. Die Abrechnung berücksichtigt die für Ihren Anschluss geltenden Umrechnungsgrößen. Multiplizieren Sie die Brennstoffenergie mit einem begründeten Jahresnutzungsgrad der Altanlage.
Bei 22.000 kWh Gas und angenommenen 85 Prozent Jahresnutzungsgrad ergibt sich ein Wärmeansatz von 18.700 kWh. Dividiert durch JAZ 3,5 sind das rund 5.343 kWh Strom pro Jahr. Die 85 Prozent sind hier eine transparente Beispielannahme, kein Messwert für Ihren Kessel.
| Erwartete JAZ | Strom pro Jahr | Kosten bei 0,30 €/kWh |
|---|---|---|
| 3,0 | 6.233 kWh | 1.870 € |
| 3,5 | 5.343 kWh | 1.603 € |
| 4,0 | 4.675 kWh | 1.403 € |
Wie funktioniert die Umrechnung mit Heizöl?
Als gerundeter Energieinhalt werden hier 10 kWh je Liter Heizöl verwendet. 2.200 Liter enthalten damit überschlägig 22.000 kWh Brennstoffenergie. Mit demselben angenommenen Nutzungsgrad und derselben JAZ ergibt sich derselbe Rechenweg wie beim Gasbeispiel.
Ermitteln Sie dafür den Verbrauch aus Anfangsbestand plus Lieferungen minus Endbestand. Eine Lieferung von 3.000 Litern in einen zuvor noch gefüllten Tank bedeutet nicht automatisch 3.000 Liter Jahresverbrauch. Mehrere Jahre helfen, einzelne besonders kalte oder milde Perioden besser einzuordnen.
Liter × 10 ist eine gerundete Umrechnung des Energieinhalts. Kesselverluste sind darin noch nicht abgezogen.
Was beeinflusst den Jahresnutzungsgrad?
Der Jahresnutzungsgrad betrachtet den Kesselbetrieb über die Zeit. Er ist nicht identisch mit einem günstigen Wirkungsgrad an einem einzelnen Prüfpunkt. Betriebsweise, Stillstand, Temperaturen und Bilanzgrenze verändern die Einordnung.
Lassen Sie den Wärmeansatz prüfen, wenn die Entscheidung hohe Kosten auslöst oder die Altanlage kaum dokumentiert ist. Rechnen Sie bis dahin mehrere nachvollziehbare Varianten, statt mit einer scheinbar exakten Einzelzahl zu planen.
Wo passieren Doppelzählungen?
Enthält die alte Gasrechnung bereits die Warmwasserbereitung, darf diese nicht nochmals pauschal addiert werden. Wurde ein Teil des Hauses bisher mit einem Holzofen beheizt, fehlen diese Wärmemengen dagegen in der Gas- oder Ölbasis, sofern die neue Anlage sie künftig übernehmen soll.
Geplante Dämmarbeiten, neue Wohnflächen und geänderte Raumtemperaturen gehören in die Zukunftsbetrachtung. Ein einfacher Verbrauchsrechner bildet diese Änderungen nicht automatisch ab. Er ersetzt auch keine raumweise Heizlastberechnung für die Gerätegröße.
- Gleichen Nutzungsumfang und Zeitraum wählen.
- Zusatzheizungen und Warmwasser dokumentieren.
- Gas-kWh beziehungsweise tatsächliche Ölmenge verwenden.
- Jahresnutzungsgrad und JAZ als getrennte Annahmen führen.

