Wie viel Strom pro Tag ist im Winter normal?
Eine feste Obergrenze für alle Einfamilienhäuser gibt es nicht. Ein Haus mit hohem Wärmeverlust benötigt an demselben Tag mehr Wärme als ein gut gedämmtes Gebäude. Bei Luft/Wasser-Anlagen verändert die Außentemperatur außerdem die Arbeitsbedingungen der Wärmepumpe.
Ein Rechenbeispiel: Liefert die Anlage an einem Tag 120 kWh Wärme, benötigt sie bei einer Arbeitszahl von 3 rechnerisch 40 kWh Strom. Bei einer Arbeitszahl von 2 wären es 60 kWh. Diese Zahlen beschreiben dasselbe Wärmeangebot bei unterschiedlichen Effizienzen; sie sind keine Wetterprognose.
| Tagesarbeitszahl | Strom pro Tag | Variable Kosten bei 0,30 €/kWh |
|---|---|---|
| 2,0 | 60 kWh | 18 € |
| 3,0 | 40 kWh | 12 € |
| 4,0 | 30 kWh | 9 € |
Warum steigt der Verbrauch bei Minusgraden?
Es wirken zwei Größen gleichzeitig: Das Gebäude verliert mehr Wärme, und eine Luftwärmepumpe muss häufig einen größeren Temperaturunterschied zwischen Außenluft und Heizwasser überbrücken. Ein steigender Stromzähler zeigt deshalb für sich allein noch keinen technischen Defekt.
Bei feuchtkalter Witterung können Abtauvorgänge hinzukommen. Notieren Sie neben dem Stromverbrauch den Tagesmittelwert der Außentemperatur, die erzeugte Wärmemenge und die Warmwassernutzung. Ein Vergleich ähnlicher Tage ist aussagekräftiger als der Vergleich zweier zufälliger Kalenderdaten.
Was bedeuten 8, 10 oder 12 kW am Gerät?
Die Heizleistung auf dem Datenblatt ist eine thermische Leistung. Sie ist nicht gleich dem elektrischen Verbrauch. Liefert eine Wärmepumpe unter bestimmten Bedingungen 8 kW Wärme bei einem COP von 3,2, liegt die zugehörige elektrische Aufnahme rechnerisch bei 2,5 kW.
Läuft sie mit genau diesem Betriebspunkt zehn Stunden, ergeben sich 25 kWh Strom. In der Praxis moduliert die Anlage, Bedingungen ändern sich und Warmwasser oder Abtauung kommen hinzu. Die Nennleistung mit 24 Stunden zu multiplizieren erzeugt daher keine belastbare Verbrauchsprognose.
Wann lohnt sich eine Prüfung?
Prüfen Sie wiederkehrende Abweichungen bei vergleichbarem Wetter und Komfort. Wichtig sind ungewollter Notbetrieb, lange Heizstablaufzeiten, hohe Vorlauftemperaturen sowie eine unplausible Differenz zwischen Wärmemenge und Stromzähler. Eine niedrige Arbeitszahl an einem einzelnen Extremtag sagt noch wenig über das gesamte Jahr aus.
- Strom und Wärme zum gleichen Zeitpunkt ablesen.
- Verdichter- und Heizstablaufzeit getrennt erfassen.
- Raumtemperaturen, Warmwasserladungen und Abtauung notieren.
- Heizkurven nur schrittweise ändern; Frost- und Hygieneschutz erhalten.
- Bei wiederholten Auffälligkeiten Messwerte und Betriebsprotokoll an den Fachbetrieb geben.
Eine Tagesarbeitszahl heißt nicht JAZ: Die Jahresarbeitszahl benötigt eine vollständige Jahresbilanz.

