Wie lautet die Formel für den Warmwasserbedarf?

Die reine Wassererwärmung lässt sich näherungsweise so rechnen: Liter × Temperaturdifferenz in Kelvin × 1,163 ÷ 1.000 = kWh Wärme. Die Temperaturdifferenz ist der Unterschied zwischen kaltem und bereitgestelltem Wasser, nicht die Speichertemperatur allein.

Beispiel: Vier Personen nutzen zusammen 160 Liter pro Tag, gerechnet als 40 Liter je Person auf einem einheitlichen Temperaturniveau. Bei 35 Kelvin Erwärmung ergeben sich 6,51 kWh Wärme am Tag beziehungsweise rund 2.377 kWh im Jahr. Bei einer angenommenen Warmwasser-Arbeitszahl von 3 sind das rund 792 kWh Strom, jeweils ohne zusätzliche Verluste.

Nur Zapfwärme: 40 Liter je Person und Tag, 35 K Erwärmung, Arbeitszahl 3
PersonenWärme pro JahrStrom pro Jahr, gerundet
21.189 kWh396 kWh
31.783 kWh594 kWh
42.377 kWh792 kWh

Warum liegt der gemessene Stromverbrauch darüber?

Ein Speicher gibt laufend Wärme an seine Umgebung ab. Warmwasserleitungen und eine Zirkulation können weitere Wärmeverluste verursachen. Häufige kleine Zapfungen, eine Badewanne oder ein anderer Temperaturhub verändern die Bilanz ebenfalls.

Diese Wärmemengen müssen zusätzlich bereitgestellt werden. Wird zum Beispiel mit 3.000 kWh gesamtem Warmwasserwärmebedarf und einer Arbeitszahl von 2,5 gerechnet, entstehen 1.200 kWh Strom. Das ist eine andere Systemannahme als die reine Zapfwärme in der Tabelle und darf nicht als Widerspruch interpretiert werden.

Warum braucht Warmwasser eine eigene Betrachtung?

Warmwasser wird auf einem anderen Temperaturniveau als viele Heizkreise erzeugt. Eine für die Raumheizung angenommene JAZ sollte deshalb nicht ungeprüft auf die Warmwasserbereitung übertragen werden. Ein gemeinsamer Jahreswert darf beide Betriebsarten enthalten, wenn Wärme- und Strombilanz denselben Umfang erfassen.

Bei einer Brauchwasser-Wärmepumpe gehört auch die Wärmequelle zur Betrachtung. Entzieht sie Wärme aus einem beheizten Raum, kann die Raumheizung einen Teil davon nachliefern müssen. Der Stromzähler des Warmwassergeräts allein beschreibt dann nicht alle Auswirkungen auf das Haus.

Welche Einstellungen sollte der Fachbetrieb prüfen?

Prüfbar sind Speichergröße, Ladezeiten, unnötige Nachladungen, Dämmung und Zirkulationsbetrieb. Die Optimierung soll den erforderlichen Komfort mit geringeren vermeidbaren Verlusten erreichen.

Temperaturen, Zirkulation oder Hygieneprogramme dürfen nicht allein nach einer Internet-Verbrauchstabelle abgesenkt beziehungsweise abgeschaltet werden. Entscheidend sind Aufbau und Nutzung der konkreten Trinkwasserinstallation sowie die geltenden Hygieneanforderungen.

Die verwendete Temperaturdifferenz ist eine Rechengröße. Sie legt keine hygienisch zulässige Speicher- oder Zapftemperatur fest.