Ein Viertel mit Wärmepumpe, ein Drittel mit Heizöl
Laut der am 15. September 2026 veröffentlichten Gebäude- und Wohnungsstatistik zählte die Schweiz Ende 2025 rund 1,8 Millionen Gebäude mit Wohnnutzung und 4,88 Millionen Wohnungen. In 25 Prozent dieser Gebäude war eine Wärmepumpe installiert. Heizöl blieb mit 33 Prozent der häufigste einzelne Energieträger zum Heizen, Gas stand bei 17 Prozent. Zusammen entfielen damit etwa 50 Prozent der Gebäude auf Öl oder Gas.
Weitere 12 Prozent der Gebäude wurden mit Holz und 7 Prozent mit Elektrizität beheizt. Die Prozentwerte beziehen sich auf den gesamten Bestand der Gebäude mit Wohnnutzung; sie beschreiben keine Marktanteile beim Verkauf neuer Heizgeräte. Wer heute ein Angebot für eine Wärmepumpe sieht, betrachtet einen Strom neu gekaufter Anlagen. Die BFS-Zahlen zeigen dagegen, was bereits in den Häusern vorhanden ist.
25 Prozent bedeutet: Anteil der Gebäude mit Wohnnutzung und installierter Wärmepumpe. Es bedeutet nicht, dass 25 Prozent aller Schweizer Haushalte so heizen.
Was sich gegenüber 2024 bewegt hat
Der Vorjahresvergleich aus den gleichartigen BFS-Mitteilungen macht die Richtung sichtbar: 2024 lag der Wärmepumpenanteil bei 23 Prozent der Gebäude, 2025 bei 25 Prozent. Heizöl fiel im gleichen Vergleich von 35 auf 33 Prozent; Gas blieb bei 17 Prozent. Es handelt sich jeweils um Veränderungen um zwei Prozentpunkte und nicht um eine Zunahme beziehungsweise Abnahme der Anlagenzahl um zwei Prozent.
Der Anteil der Gebäude mit Wärmepumpe hat sich laut BFS seit dem Jahr 2000 versechsfacht. Daraus lässt sich weder die exakte Zahl der 2025 vorgenommenen Heizungstausche noch die jährliche Geschwindigkeit für jedes künftige Jahr berechnen: Auch Neubauten, Gebäudebestand und Erfassungsstand beeinflussen Anteile. Für eine Aussage zu konkreten Installationen braucht es andere Daten.
Warum Haushalte ein anderes Bild ergeben
Die gleiche Statistik betrachtet zusätzlich die Haushalte: 22 Prozent wohnten 2025 in einem Gebäude mit Wärmepumpe. 58 Prozent heizten mit fossilen Energieträgern; davon entfielen gerundet 32 Prozent auf Heizöl und 25 Prozent auf Gas. Die Summe der gerundeten Einzelwerte kann leicht vom ebenfalls gerundeten Gesamtwert abweichen.
Der Unterschied zu den Gebäudewerten ist kein Widerspruch. Ein Einfamilienhaus zählt als ein Gebäude, ein Mehrfamilienhaus ebenfalls – im zweiten leben aber mehrere Haushalte. Wer die Wärmewende an den Menschen statt an den Adressen beurteilt, muss deshalb den Haushaltsanteil mitlesen. Die Mitteilung liefert aus diesen Gesamtwerten allein allerdings keine genaue Zerlegung, wie viel des Unterschieds auf einzelne Gebäudetypen entfällt.
Gebäudeanteile und Haushaltsanteile beantworten verschiedene Fragen und dürfen nicht gleichgesetzt werden.
Neubauten zeigen die Richtung, Öl zeigt den Bestand
Drei Viertel der in den letzten zehn Jahren errichteten Gebäude verfügten Ende 2025 laut BFS über eine Wärmepumpe. Unter allen Einfamilienhäusern war es dagegen knapp jedes dritte (30 Prozent). Dass neue Häuser häufig eine Wärmepumpe haben, verändert den älteren Bestand nur schrittweise. Gerade dort stehen noch Öl- und Gasheizungen, deren Ersatz je nach Gebäude mehr Planung erfordert.
Bei bestehenden Häusern sind Heizlast, Wärmeverteilung, nötige Vorlauftemperatur, Aufstellort und allfällige bauliche Anpassungen wichtiger als ein statistischer Durchschnitt. Eine aktuelle Bestandszahl sagt weder, ob das einzelne Haus für eine Wärmepumpe geeignet ist, noch welcher Hersteller oder welche Leistung passt.
Gas ist regional ungleich verteilt
Auch ein nationaler Durchschnitt verdeckt Unterschiede. In städtischen Gemeinden wurden laut BFS 29 Prozent der Gebäude mit Gas beheizt, in ländlichen Gemeinden nur 4 Prozent. Diese Gegenüberstellung betrifft ausdrücklich Gas; aus ihr lässt sich keine entsprechende kantonale Wärmepumpenquote ableiten.
Für Planung und Marktbeobachtung ist dieser Unterschied relevant: In einer Stadt mit viel Gas und dichter Bebauung stellen sich andere Fragen als bei einem freistehenden Ölheizungs-Einfamilienhaus. Die passende Lösung hängt vom konkreten Gebäude und von lokalen Wärme- und Stromanschlüssen ab.
Wie sich Austausch und Bestand zueinander verhalten
Die Förderstatistik des Bundesamtes für Energie liefert einen ergänzenden Ausschnitt: Im Gebäudeprogramm wurden 2025 insgesamt 20'097 Öl-, Gas- oder Elektroheizungen ersetzt, in 82 Prozent dieser geförderten Fälle durch Wärmepumpen. Das sind dokumentierte Vorhaben innerhalb eines Programms. Die Zahl ist weder die Gesamtzahl aller Schweizer Heizungstausche noch direkt der Zuwachs der BFS-Bestandsstatistik.
Ähnlich verhält es sich mit Absatzmeldungen der Branche für das erste Halbjahr 2026: Sie zeigen, welche Geräte verkauft wurden, nicht den Heizungsmix aller Gebäude Ende 2025. Beides ist nützlich, wenn man es sauber trennt. Der hohe Anteil fossiler Heizungen im Bestand erklärt, warum ein starkes Verkaufsquartal die Statistik nicht sofort grundlegend dreht.
Bestand, geförderter Heizungstausch und Geräteabsatz sind drei verschiedene Messgrössen.
Was Eigentümer daraus mitnehmen können
Wer noch mit Öl oder Gas heizt, sollte aus der nationalen Quote weder Panik noch eine feste Vorgabe für sein Haus ableiten. Sinnvoll ist eine Bestandsaufnahme, bevor die Heizung ausfällt: Verbrauch und Heizflächen prüfen, Heizlast und Vorlauftemperatur klären und mögliche Aufstellorte bewerten. Erst dann lassen sich Angebote und Alternativen fair vergleichen.
Die Statistik sagt: Neue Systeme verbreiten sich, doch der Gebäudebestand ändert sich langsam. Für das einzelne Projekt entscheidet eine fachlich belastbare Planung mehr als die Rangfolge der Energieträger in der Schweiz.
- Aktuelle Heizung, Alter, Verbrauch und Wärmeverteilung dokumentieren.
- Vor einer Gerätewahl Heizlast und erforderliche Vorlauftemperatur prüfen lassen.
- Aufstellort, Schall, Stromanschluss und kantonale Anforderungen früh abklären.
- Offerten mit Planung, Hydraulik, Elektroarbeiten und Inbetriebnahme vergleichen.


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