Aktueller Pelletpreis in Deutschland

Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband meldete für August 2026 einen bundesweiten Durchschnittspreis von 427,72 Euro je Tonne bei einer Lieferung von sechs Tonnen. Der Wert umfasst Mehrwertsteuer, Nebenkosten und eine Lieferung im Umkreis von 50 Kilometern.

Bei größeren Liefermengen fällt der Tonnenpreis niedriger aus. Für eine Abnahme von 26 Tonnen wurden im Bundesdurchschnitt 410,24 Euro je Tonne ermittelt.

  • Deutschland, 6 Tonnen: 427,72 Euro je Tonne
  • Deutschland, 26 Tonnen: 410,24 Euro je Tonne
  • Süddeutschland, 6 Tonnen: 429,45 Euro je Tonne
  • Mitteldeutschland, 6 Tonnen: 422,97 Euro je Tonne
  • Nord- und Ostdeutschland, 6 Tonnen: 419,19 Euro je Tonne
Die Werte sind Marktmittel. Ein konkretes Angebot kann abhängig von Postleitzahl, Zufahrt, Schlauchlänge, Liefertermin und Händler abweichen.

Was kostet das Heizen mit Pellets im Jahr?

Für einen nachvollziehbaren Vergleich rechnen wir mit 4,8 kWh Brennstoffenergie je Kilogramm Pellets und einem Jahreswirkungsgrad der Anlage von 90 Prozent. Eine Tonne liefert damit rechnerisch rund 4.320 kWh nutzbare Wärme.

Bei 20.000 kWh jährlichem Wärmebedarf werden ungefähr 4,63 Tonnen benötigt. Zum Augustpreis von 427,72 Euro entstehen Brennstoffkosten von rund 1.980 Euro pro Jahr.

  • 15.000 kWh Nutzwärme: etwa 3,47 Tonnen und rund 1.485 Euro
  • 20.000 kWh Nutzwärme: etwa 4,63 Tonnen und rund 1.980 Euro
  • 30.000 kWh Nutzwärme: etwa 6,94 Tonnen und rund 2.970 Euro
Nicht enthalten sind Hilfsstrom, Schornsteinfeger, Wartung, Reparaturen, Ascheentsorgung und Finanzierung.

Warum Menge und Region den Preis verändern

Der Lieferant hat bei kleinen Bestellungen nahezu denselben Aufwand für Disposition, Anfahrt und Einblasen wie bei einer größeren Lieferung. Deshalb sinkt der Tonnenpreis häufig, wenn mehr Pellets bestellt werden.

Regionale Unterschiede entstehen durch die Entfernung zu Produktionswerken und Lagern, die Verfügbarkeit von Sägenebenprodukten, Transportkosten und die lokale Nachfrage.

  • Lager möglichst ausreichend groß dimensionieren
  • Restbestand vor der Bestellung realistisch prüfen
  • Mehrere regionale Händler mit identischen Bedingungen anfragen
  • Preis inklusive Lieferung und Zuschlägen vergleichen
  • Keine unnötige Notbestellung mitten in einer Kälteperiode

Lieferbedingungen und versteckte Zusatzkosten

Ein günstiger Grundpreis hilft wenig, wenn später Zuschläge hinzukommen. Vor der Bestellung sollte geklärt werden, ob Anfahrt, Einblasen, Wiegeschein und Mehrwertsteuer bereits enthalten sind.

Lange Schlauchwege, schwierige Zufahrten, Teilmengen oder kurzfristige Termine können zusätzliche Kosten verursachen. Auch die Qualität des Lagers beeinflusst die Lieferbarkeit.

  • Mindestbestellmenge und Kleinmengenzuschlag
  • Lieferentfernung und Maut
  • Schlauchlänge und Höhenunterschied
  • Termin- oder Expresszuschlag
  • Qualität und Zertifizierung der Pellets

Scheitholz richtig mit Pellets vergleichen

Scheitholz wird je nach Anbieter in Raummeter, Schüttraummeter, Festmeter oder Kilogramm verkauft. Diese Einheiten sind nicht direkt austauschbar. Zusätzlich verändert der Wassergehalt den nutzbaren Energieinhalt erheblich.

Ein scheinbar niedriger Preis kann sich relativieren, wenn das Holz feucht, ungespalten oder nicht ofenfertig ist. Zum Vergleich gehören deshalb Holzart, Feuchte, Stücklänge, Lieferform und Arbeitsaufwand.

  • Einheit eindeutig festhalten
  • Restfeuchte oder Wassergehalt prüfen
  • Hartholz und Weichholz getrennt bewerten
  • Lieferung, Stapeln und Lagerverlust berücksichtigen
  • Eigene Arbeitszeit nicht vollständig ausblenden

Hackschnitzel richtig bewerten

Bei Hackschnitzeln hängen Preis und Heizwert besonders stark von Wassergehalt, Korngröße und Schüttdichte ab. Ein Kubikmeter trockene Hackschnitzel ist energetisch nicht mit einem Kubikmeter feuchtem Material gleichzusetzen.

Für einen fairen Vergleich sollte der Preis auf die tatsächlich nutzbare Wärmemenge umgerechnet werden. Große Lager- und Austragungstechnik machen Hackschnitzel vor allem bei höherem Wärmebedarf interessant.

  • Wassergehalt und Qualitätsklasse
  • Schüttraummeter oder Gewicht
  • Transportentfernung
  • Lagerverluste und Trocknung
  • Strombedarf der Fördertechnik

Wann sollte man Pellets bestellen?

Niemand kann den niedrigsten Preis sicher vorhersagen. Praktisch sinnvoll ist eine Bestellung mit zeitlichem Spielraum und nicht erst dann, wenn das Lager fast leer ist.

Wer mehrere Angebote mit demselben Lieferumfang vergleicht und außerhalb akuter Kälteperioden bestellen kann, reduziert das Risiko teurer Notkäufe.

  • Verbrauch und Restbestand regelmäßig dokumentieren
  • Angebote immer am gleichen Tag vergleichen
  • Gesamtpreis statt nur Tonnenpreis betrachten
  • Lieferfähigkeit und Zahlungsbedingungen prüfen
  • Pelletqualität nicht für einen kleinen Preisvorteil opfern

Fazit für Deutschland

Für August 2026 ist 427,72 Euro je Tonne bei sechs Tonnen eine belastbare bundesweite Orientierung. Für das einzelne Gebäude zählt jedoch der vollständige Lieferpreis vor Ort.

Ein sauberer Kostenvergleich verbindet Brennstoffbedarf, Anlagenwirkungsgrad, Lieferbedingungen und laufende Nebenkosten. Erst dann lässt sich beurteilen, ob Pellets, Scheitholz, Hackschnitzel oder eine Wärmepumpe wirtschaftlich besser passen.