Rechner in der Praxis
Amortisationsrechner: Drei Kostenszenarien über 20 Jahre
Die Wärmepumpe kostet mehr als die andere Heizlösung, spart aber im ersten Jahr 1250 Euro. Reicht das für eine gute Entscheidung? Wir rechnen dieselbe Investition mit drei Preisverläufen durch: Der Ausgleich liegt im 18. oder im 13. Jahr – oder wird innerhalb von 20 Jahren gar nicht erreicht.

In diesem Artikel
Kurz eingeordnet
Das Wichtigste auf einen Blick
Bei konstanten Kosten gleichen 1250 Euro jährliche Einsparung die angenommenen 22.000 Euro Mehrinvestition erstmals im 18. vollständigen Betriebsjahr aus.
Mit zwei Prozent Stromkostenanstieg und vier Prozent bei der Vergleichsenergie liegt der Ausgleich im 13. Jahr; das ist ein Szenario, keine Prognose.
Steigen nur die Stromkosten um vier Prozent, bleibt nach 20 Jahren ein Nachteil von rund 10.689 Euro.
Welche Frage beantwortet dieser Rechner?
Sie brauchen eine neue Heizung und haben zwei technisch geeignete Lösungen zur Auswahl. Der Amortisationsrechner fragt, wann geringere laufende Ausgaben den höheren Anschaffungspreis einer Wärmepumpe aufholen. Zusätzlich stellt er die gesamten modellierten Zahlungen beider Varianten gegenüber. Das hilft gerade dann, wenn ein günstiger Betrieb einer hohen Investition gegenübersteht.
Hier geht es um die Bedienung dieses konkreten Werkzeugs. Die Grundlagen zu Verbrauch und vollständigen Angeboten stehen im verlinkten Kostenratgeber. Unser neues Beispiel verfolgt dagegen jeden jährlichen Zahlungsstrom. Es ist vollständig angenommen, kein dokumentiertes Haus und keine Auswertung realer Angebote. Alle Beträge sind Euro; die Berechnung lässt sich mit eigenen CHF-Werten genauso nachvollziehen.
Das Umweltbundesamt erläutert, warum neben der Anschaffung auch Folgekosten berücksichtigt werden sollten. EnergieSchweiz verwendet in einem eigenen Heizungsersatz-Beispiel einen angenommenen Zeitraum von 20 Jahren. Daraus folgt keine zugesicherte Lebensdauer unserer Modellanlage. Unser Rechner summiert nur die unten beschriebenen Kosten, nicht sämtliche denkbaren Lebenszykluskosten.
Zuerst zwei vollständige Varianten abgrenzen
Wir setzen einen vollständigen Wärmepumpen-Projektpreis von 36.000 Euro an. Darin sollen für das Modell Gerät, Montage, Elektroarbeiten, Fundament, hydraulische Anpassungen, Warmwasserlösung, Demontage und Inbetriebnahme enthalten sein. Die ebenfalls vollständige, ohnehin erforderliche und am Standort zulässige Alternative kostet angenommen 14.000 Euro. Welche Technik diese Alternative im eigenen Gebäude sein darf und kann, ist vor dem Vergleich zu klären.
Eine schriftlich bestätigte Förderung liegt in unserem Beispiel nicht vor. Deshalb tragen wir konsequent 0 Euro ein. Nettoinvestition bedeutet hier Investition nach Förderung, nicht Nettopreis ohne Mehrwertsteuer: Beide Projektpreise sind angenommene Endpreise einschließlich Umsatzsteuer. Der Rechner ermittelt 36.000 − 0 = 36.000 Euro für die Wärmepumpe und 36.000 − 14.000 = 22.000 Euro Mehrinvestition.
Die KfW unterscheidet Zuschusszusage und spätere Auszahlung nach Prüfung der Nachweise. Ein beworbener Höchstsatz ist deshalb kein bestätigter Geldbetrag. Mit einer eigenen schriftlichen Zusage können Sie deren für Ihr Vorhaben belastbaren Betrag eintragen; Fristen, Bedingungen und Zwischenfinanzierung müssen trotzdem passen. Das Werkzeug zieht den Betrag sofort von der Investition ab und bildet den späteren Zahlungszeitpunkt nicht ab.
Prüfen Sie gleiche Systemgrenzen: Beide Varianten müssen denselben Wärme- und Warmwasserbedarf decken. Ein verbleibender Anschlussgrundpreis gehört zur jeweiligen Variante. Gemeinsame Haushaltskosten gehören nicht nur auf eine Seite; elektrische Hilfsenergie und gegebenenfalls Schornsteinfeger dürfen nicht verschwinden. Die angesetzten 200 beziehungsweise 350 Euro bilden im Modell das konstante jährliche Servicepaket ab.
| Feld im Rechner | Wärmepumpe | Vergleichsheizung |
|---|---|---|
| Vollständige Investition | 36.000 € | 14.000 € |
| Bestätigte Förderung | 0 € | kein eigenes Eingabefeld |
| Energie pro Jahr, erstes Jahr | 1400 € | 2500 € |
| Wartung pro Jahr | 200 € | 350 € |
| Energie und Wartung, erstes Jahr | 1600 € | 2850 € |
| Betrachtungszeitraum | 20 Jahre | 20 Jahre |
Die Eingaben in der richtigen Reihenfolge übernehmen
Öffnen Sie den Rechner und wählen Sie zuerst Deutschland, Österreich oder Schweiz. Der Länderwechsel stellt Währung und Beispielbeträge um und setzt die Förderung auf null. Er ersetzt keine Förderprüfung und rechnet Euro nicht in Franken um. Tragen Sie anschließend sämtliche Werte aus unserer Tabelle ein; die Startwerte des Werkzeugs müssen nicht mit diesem Beispiel übereinstimmen.
Unter „Investition fair abgrenzen“ stehen Projektpreis, bestätigte Förderung und Alternative. Danach folgen die beiden jährlichen Energie- und Wartungsbeträge. In die Energiefelder gehören Geldbeträge pro Jahr, keine Kilowattstunden. Die Herleitung des erwarteten Verbrauchs muss außerhalb dieses Rechners plausibel sein.
Stellen Sie abschließend beide jährlichen Änderungsraten und 20 Jahre ein. Die Auswahl bietet 10, 15, 20, 25 oder 30 Jahre. Prüfen Sie die Raten nach einem Länderwechsel erneut: Die aktuelle Programmversion setzt Investitions- und Betriebskosten zurück, behält aber Änderungsraten und Zeitraum bei. Eingaben werden nicht gespeichert; dokumentieren Sie Ihren Vergleich selbst mit Datum und Belegen.
So entsteht aus Jahr eins die Kostenreihe
Im ersten Jahr betragen die laufenden Kosten der Wärmepumpe 1400 + 200 = 1600 Euro. Die Alternative kostet 2500 + 350 = 2850 Euro. Die erste Einsparung ist somit 2850 − 1600 = 1250 Euro. Beide Änderungsraten wirken erst ab dem zweiten Betriebsjahr.
Für ein beliebiges Jahr t lautet die tatsächliche Logik: Wärmepumpenkosten = 1400 × (1 + gWP/100)^(t−1) + 200. Vergleichskosten = 2500 × (1 + gV/100)^(t−1) + 350. Die Raten gWP und gV stehen in Prozent pro Jahr. Nur der Energieanteil wächst; die Wartung bleibt jedes Jahr unverändert. Es wird weder die gesamte Jahresrechnung verzinst noch jährlich erneut Förderung abgezogen.
Der wirtschaftliche Saldo nach n Jahren ist die Summe aller jährlichen Kostendifferenzen minus 22.000 Euro Mehrinvestition. Ein positiver Saldo bedeutet einen Vorteil der Wärmepumpe. Die beiden Gesamtsummen enthalten jeweils ihre eigene Anfangsinvestition plus die aufsummierten Betriebszahlungen. Ihre Differenz entspricht in unserem Beispiel genau diesem Saldo.
Drei Preisverläufe mit denselben Startkosten
Szenario A hält beide Energieanteile konstant. Das ist eine neutrale Rechenreferenz, keine Erwartung dauerhaft unveränderter Preise. Aus 22.000 ÷ 1250 ergeben sich rechnerisch 17,6 Jahre. Der Online-Rechner prüft jedoch vollständige Jahre: Nach Jahr 17 fehlen noch 750 Euro, nach Jahr 18 liegt der Saldo bei plus 500 Euro. Seine Anzeige lautet deshalb „18 Jahre“.
In Szenario B steigen die Stromkosten jährlich um zwei Prozent und die Vergleichsenergie um vier Prozent. Jahr zwei kostet dann 1400 × 1,02 + 200 = 1628 Euro gegenüber 2500 × 1,04 + 350 = 2950 Euro. Die Einsparung dieses Jahres beträgt 1322 Euro. Nach zwölf Jahren sind die 22.000 Euro noch nicht vollständig aufgeholt; nach Jahr 13 beträgt der positive Saldo rund 965 Euro.
Szenario C kehrt die Preisrisiken um: Stromkosten plus vier Prozent jährlich, Vergleichsenergie unverändert. Obwohl Jahr eins genauso aussieht wie in A und B, kostet die Wärmepumpe im Jahr 18 bereits rund 2927 Euro gegenüber 2850 Euro. Die anfänglichen jährlichen Einsparungen werden negativ. Der Ausgleich wird innerhalb von 20 Jahren nicht erreicht.
Die Übersicht ist auf volle Euro gerundet, wie die Ergebnisanzeige. Intern summiert der Rechner ungerundete Werte. Die Prozentsätze sind frei gewählte Belastungsproben bei unverändertem Nutzungsumfang, keine aus den Quellen übernommene Marktprognose.
| Szenario | Änderung WP / Vergleich | Ausgleich | WP gesamt | Alternative gesamt | Saldo für WP |
|---|---|---|---|---|---|
| A · konstant | 0 % / 0 % | 18 Jahre | 68.000 € | 71.000 € | +3000 € |
| B · Vergleichsenergie steigt stärker | 2 % / 4 % | 13 Jahre | 74.016 € | 95.445 € | +21.429 € |
| C · Stromkosten steigen allein | 4 % / 0 % | >20 Jahre | 81.689 € | 71.000 € | −10.689 € |
Die Zwischenstände erklären das Ergebnis
Bei konstanten Kosten ist die Kontrollrechnung besonders einfach: 20 × 1600 + 36.000 = 68.000 Euro für die Wärmepumpe, 20 × 2850 + 14.000 = 71.000 Euro für die Alternative. Der Vorteil beträgt 3000 Euro. Ein im ersten Jahr günstiger Betrieb bedeutet hier also nur einen überschaubaren Vorsprung über den gesamten Zeitraum.
Die Zeitleiste zeigt den Saldo nach fünf, zehn, fünfzehn und zwanzig Jahren. Sie ist keine zusätzliche Auszahlung und kein Kontostand. In B verbessert sie sich mit zunehmender jährlicher Einsparung schneller. In C nimmt das Defizit zunächst ab, wächst am Ende aber wieder. Eine einzige positive Anfangsersparnis beschreibt diesen Verlauf nicht ausreichend.
Lesen Sie „>20 Jahre“ als „innerhalb des gewählten Zeitraums kein Ausgleich gefunden“. Daraus folgt weder ein genauer Termin nach Jahr 20 noch automatisch ein niemals erreichbarer Ausgleich. Umgekehrt speichert das Programm den ersten gefundenen Ausgleich; spätere Verschlechterungen würden diese Jahresanzeige nicht rückwirkend ändern. Deshalb gehören Endsaldo und Zwischenstände immer zur Interpretation.
| Nach Betriebsjahr | A · konstant | B · 2 % / 4 % | C · 4 % / 0 % |
|---|---|---|---|
| 5 | −15.750 € | −14.995 € | −16.333 € |
| 10 | −9500 € | −5814 € | −12.309 € |
| 15 | −3250 € | +6098 € | −10.283 € |
| 20 | +3000 € | +21.429 € | −10.689 € |
Wo das Modell aufhört
Das Werkzeug berechnet nominale Zahlungen ohne Abzinsung. Der Vorteil nach 20 Jahren ist kein heutiger Kapitalwert, keine Rendite und keine garantierte Ersparnis. Finanzierung, Steuern, Restwerte, ungeplante Reparaturen, Ersatzinvestitionen und Ausfallzeiten fehlen. Ein früh nötiger Verdichtertausch oder unterschiedlich lange Nutzungsdauern müssen zusätzlich bewertet werden.
Negative Investitions- und jährliche Grundbeträge werden im Rechenkern auf null begrenzt; die Förderung höchstens bis zum Projektpreis berücksichtigt. Die Mehrinvestition wird ebenfalls bei null abgeschnitten. Ist die Wärmepumpe von Anfang an billiger, erscheint „sofort“, selbst wenn ihr Betrieb später teurer wäre. Bei dieser Konstellation zählt besonders der Vergleich der Gesamtsummen, nicht nur die Amortisationsanzeige.
Auch ein guter Saldo heilt keine ungeeignete Technik. Energieausgaben, Wärmebedarf und Komfort müssen zusammenpassen. Der nominale 20-Jahres-Vergleich übernimmt keine rechtliche Prüfung einer Ersatzheizung und keine länderspezifische Steuerberechnung. EnergieSchweiz nutzt in seinem eigenen Beispiel teilweise Annuitäten; diese Methode ist nicht die Zahlungsaddition unseres Rechners.
Mit den eigenen Unterlagen weiterrechnen
Ersetzen Sie zuerst die Investitionen durch zwei vollständige, vergleichbare Angebote. Ergänzen Sie belegbare Jahreskosten, dokumentieren Sie die Verbrauchsannahmen und rechnen Sie alle drei Preisrichtungen. Eine bestätigte Förderung können Sie danach nachvollziehbar berücksichtigen; ohne Zusage bleibt dieses Feld null.
Unser Beispiel zeigt, warum die Frage nach dem Ausgleichsjahr allein zu kurz greift: Derselbe Anfangsvorteil von 1250 Euro führt zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen. Nehmen Sie die drei gespeicherten Vergleiche zum Beratungsgespräch mit. Klären Sie vor einer Entscheidung die ausgelassenen Finanzierungskosten und Reparaturrisiken sowie die technische Eignung für Ihr Haus.
Rechnerlogik und Quellen geprüft am 01.11.2026. Alle Beträge und Änderungsraten des Beispiels sind Annahmen; keine Angebote, Förderzusage oder Preisprognose.
Vom Lesen zum Prüfen
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Originalquellen
- 01Wärmepumpe.tech: Amortisationsrechner – Eingaben und nominales Rechenmodell, geprüft 01.11.2026
- 02Umweltbundesamt: Lebenszykluskosten, aktualisiert 17.06.2025
- 03EnergieSchweiz: Heizungsersatz – Kostenvergleich mit angenommenen 20 Jahren
- 04KfW: Meine KfW – Zuschusszusage, Nachweise und Auszahlung
- 05klimaaktiv: Kosten neuer Heizungen – vollständige Komponenten und individueller Angebotsvergleich



