Rechner in der Praxis
Leistungsverzeichnis: Drei Anfragen mit derselben Projektgrundlage
Die erste Firma plant mit bestehendem Warmwasserspeicher, die zweite mit einem neuen. Bei der dritten sind Elektroarbeiten offen. Schon die Anfrage kann diese Unterschiede sichtbar machen. Wir erstellen im Leistungsverzeichnis-Generator eine gemeinsame Grundlage und verfolgen, was aus den Eingaben tatsächlich im Dokument landet.

In diesem Artikel
Kurz eingeordnet
Das Wichtigste auf einen Blick
5/5 Kerndaten zählt ausgefüllte Felder. Der Generator prüft damit weder Werte noch technische Eignung.
Alle sieben Leistungsblöcke bleiben erhalten. Zusatzanforderungen ergänzen die Vorlage, ohne ihren Grundumfang zu ersetzen.
Eine gespeicherte PDF-Version wird von Ihnen an drei Firmen versendet. Preise und Antworten werden im Generator nicht automatisch ausgewertet.
Die Aufgabe vor der Offerte festhalten
Ein brauchbares Leistungsverzeichnis beschreibt, was angeboten und nachgewiesen werden soll. Es legt nicht ohne Berechnung fest, welche Wärmepumpe in Ihr Haus muss. Im Beispiel ist die Entscheidung für Luft/Wasser ein zu prüfender Wunsch; Gerät, Leistung und notwendige Anpassungen sollen die Fachbetriebe nachvollziehbar benennen.
Die BWP-Checkliste für die Modernisierung fragt unter anderem beheizte Fläche, Verbrauch, Wärmeverteilung und Vorlauftemperatur ab. Sie unterscheidet zudem eine überschlägige Heizlastannahme von der detaillierten Berechnung. Genau diese Trennung behalten wir bei: Angaben sammeln, Unbekanntes kennzeichnen und die Auslegung ausdrücklich beauftragen. Die sieben Blöcke unseres Generators sind dessen eigene Gliederung, keine BWP-Zertifizierung.
Unser allgemeiner Angebotsratgeber erklärt die technischen Prüffragen. Hier geht es um die Bedienung des konkreten Werkzeugs: Datenübernahme, Ergänzungen, Ausgabe und eine nachvollziehbare Version für drei Empfänger.
Das Modellhaus zuerst in der Projektakte anlegen
Alle folgenden Hausdaten, Termine und Antworten sind ausdrücklich Modellannahmen. Sie beschreiben keinen Kunden und kein untersuchtes Bauprojekt. Öffnen Sie zunächst „Mein Projekt“, wählen Sie Deutschland und EUR und tragen Sie die gemeinsame Grundlage ein. Ohne eigene Daten startet die leere Projektakte mit Schweiz und CHF; diese Voreinstellung passt nicht automatisch zum eigenen Standort.
Wir nennen das Projekt „Modellhaus November“. Für Auftraggeber, Objektadresse und Kontakt bleiben in diesem Beispiel erkennbare Platzhalter stehen. Vor einer echten Anfrage ersetzen Sie diese durch die notwendigen eigenen Angaben. Die Gebäudedaten der Tabelle gehören in die Projektakte, nicht in ein frei erfundenes Preisfeld des Generators.
24.000 oder 28.500 kWh sind Energiemengen, keine Geräteleistungen. Unser angenommener Gasverbrauch enthält Warmwasser. Die 50 °C sind eine angenommene bisherige Beobachtung bei −5 °C außen, kein nachgewiesener Auslegungsvorlauf. Schreiben Sie diesen Kontext in die Randbedingungen. So wird eine unvollständige Information nicht versehentlich zur festen Planungsanforderung.
| Angabe | Eingabe im Beispiel |
|---|---|
| Land / Währung | Deutschland / EUR |
| Gebäude / Baujahr | Einfamilienhaus / 1988 |
| Beheizte Fläche / Personen | 165 m² / 4 |
| Energetischer Zustand | Teilweise saniert |
| Bestandsheizung | Erdgas |
| Jahresverbrauch / Einheit | 28.500 / kWh; Warmwasser enthalten |
| Wärmeverteilung | Heizkörper |
| Vorlauftemperatur | 50 °C; Beobachtung bei −5 °C außen |
| Gewünschtes System | Luft/Wasser |
| Gewünschte Ausführung | April 2027 |
| Angebotsfrist, bewusst gesetzt | 19.11.2026 |
| Gespeicherte Prüfergebnisse | 0 im Ausgangsbeispiel |
5/5 nachrechnen: Was der Datenzähler wirklich zählt
Beim Öffnen übernimmt der Generator die lokal vorhandene Projektakte. Für den Zähler betrachtet er genau fünf Textfelder: Fläche, Bestandsheizung, Jahresverbrauch, Wärmeverteilung und Vorlauftemperatur. Jedes Feld mit Inhalt zählt einmal. Im Modell lautet die Rechnung deshalb 1 + 1 + 1 + 1 + 1 = 5; angezeigt wird „5/5 Kerndaten“.
Bleibt der Vorlauf leer, sind es vier gefüllte Felder und damit 4/5. Steht dort lediglich „unbekannt“, zählt auch das als Inhalt: wieder 5/5. Das ist keine Aufforderung, Unbekanntes zu verstecken, sondern eine wichtige Grenze der Anzeige. Sie bestätigt die Eingabe, nicht ihre fachliche Qualität. Baujahr, Personen und Adresse erhöhen diesen Zähler nicht.
Separat zählt die Anwendung vorhandene gespeicherte Prüfergebnisse. Unser Modell beginnt mit null. Wird später beispielsweise ein Heizlast-Schnellcheck gespeichert, kann ein Ergebnis übernommen werden. Der Generator rechnet dessen Kennwerte nicht neu und macht aus dem Schnellcheck keine Fachplanung. Öffnen Sie ihn nach Änderungen an der Projektakte erneut und kontrollieren Sie auch bereits gespeicherte Entwurfsfelder.
| Variante | Gefüllte Kernfelder | Anzeige | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Ausgangsbeispiel | 5 | 5/5 | Fünf Felder mit Inhalt |
| Vorlauf leer | 4 | 4/5 | Eine Angabe fehlt |
| Vorlauf „unbekannt“ | 5 | 5/5 | Keine technische Bestätigung |
| Nur vier Personen ergänzt | 5 | 5/5 | Personenzahl zählt hier nicht mit |
| Ein Prüfergebnis zusätzlich gespeichert | 5 | 5/5 und 1 Prüfergebnis | Getrennte Ergebniszählung |
Sieben feste Blöcke auf das Haus beziehen
Im Generator füllen Sie Name, Kontakt, vollständige Objektadresse, Angebotsfrist und Ausführungsmonat aus. Danach wählen Sie Zielsystem und Warmwasserwunsch. Im Modell setzen wir „Warmwasser vollständig über Wärmepumpe“. Das verlangt eine passende Planung; Speichergröße und Nachladeleistung ergeben sich daraus noch nicht.
Alle sieben Blöcke bleiben im Dokument. Jeder enthält vier vorgegebene Leistungsanforderungen und vier Antwortfelder für den Anbieter. Schrittweise gezählt sind das 7 × 4 = 28 Anforderungen sowie nochmals 28 Antwortfelder, darunter sieben Positionspreise. Ein Dokument für drei Empfänger hat weiterhin sieben Blöcke; es werden keine drei technischen Varianten berechnet.
Die Tabelle ordnet jedem Block eine konkrete Ergänzung unseres Modellhauses zu. Die Formulierungen gehören jeweils in „Optionale Zusatzanforderung“. Sie sind Arbeitsaufträge zur Klärung, keine Bestätigung, dass die bestehende Anlage bereits geeignet wäre.
| Block im Generator | Zusatzanforderung im Beispiel |
|---|---|
| 01 Wärmepumpenanlage und Auslegung | Raumweise Heizlast und Eignung der vorhandenen Heizkörper nachweisen; Auslegungsvorlauf begründen. |
| 02 Hydraulik und Wärmeverteilung | Warmwasserversorgung für vier Personen auslegen; Speicherfunktion und erforderliche Umbauten erläutern. |
| 03 Elektroarbeiten und Anmeldung | Zählerplatz vor Ort prüfen; notwendige Anpassungen und zuständigen Elektrobetrieb separat benennen. |
| 04 Aufstellung, Fundament und Nebenarbeiten | Angenommenen Leitungsweg von 8 m prüfen; Fundament, Durchführungen und Wiederherstellung zuordnen. |
| 05 Inbetriebnahme und Einregulierung | Umfang und Termin einer Kontrolle nach der ersten Heizphase als eigene Leistung beschreiben. |
| 06 Dokumentation und Nachweise | Revidierte Schemata, Einstellungen und Protokolle der tatsächlich eingebauten Anlage übergeben. |
| 07 Garantie, Service und Betrieb | Wartungsumfang und Jahrespreis getrennt vom einmaligen Anlagenpreis ausweisen. |
Randbedingungen und Preisblatt richtig verstehen
In „Besondere Randbedingungen“ notieren wir zusätzlich den enthaltenen Warmwasserverbrauch, die begrenzte Aussage des beobachteten Vorlaufs und den noch zu prüfenden Außenstandort. Der acht Meter lange Leitungsweg ist eine angenommene Strecke zur Angebotsvorbereitung. Dämmung, Dimensionen, Druckverluste und zulässige Aufstellung werden dadurch nicht bestimmt.
Ein eigener Randbedingungstext wird anstelle der allgemeinen Projektnotiz ausgegeben. Wichtige vorhandene Notizen deshalb bewusst übernehmen, statt auf eine automatische Zusammenführung zu vertrauen. Die übrigen Freitext-Ergänzungen stehen jeweils beim zugehörigen Leistungsblock.
Die kaufmännische Vorgabe verlangt im Ausgangstext vollständige Bruttopreise mit Lieferung, Montage und Nebenleistungen. Im Preisblatt bleiben Beträge leer. Der Anbieter soll sie eintragen; der Generator summiert keine Preise, erkennt keine fehlenden Kosten und berechnet weder Förderung noch Wirtschaftlichkeit.
klimaaktiv weist beim österreichischen Angebotsvergleich ausdrücklich auf die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen und auf möglicherweise getrennt verrechnete Elektroarbeiten hin. Diese Information begründet unsere Nachfrage nach Schnittstellen. Wir übernehmen hier keine österreichischen Durchschnittspreise als Budget für das deutsche Modellhaus. Auch ein Jahrespreis für Wartung wird nicht stillschweigend zur einmaligen Investition addiert.
Drei Firmen erhalten dieselbe freigegebene Version
Vor dem Versand lesen wir das ganze Dokument einschließlich der offenen Felder. Die bewusst gesetzte Frist 19. November 2026 liegt 14 Kalendertage nach dem Modelltag 5. November: 5 + 14 = 19. Die Anwendung schlägt bei einem neuen Entwurf ungefähr zwei Wochen vor; bei einem gespeicherten Entwurf kann eine ältere Frist stehen bleiben. Prüfen Sie das Datum sichtbar und vereinbaren Sie einen realistischen Zeitraum für Besichtigung und Rückfragen.
Wir sichern die geprüfte Ausgabe außerhalb der Anwendung als „Modellhaus-LV-2026-11-05-v1.pdf“. Diese Versionsbezeichnung vergeben wir selbst. Danach senden wir genau diese Datei getrennt an Firma A, B und C. Das Werkzeug verschickt weder E-Mails noch Anfragen und verwaltet keine Empfängerliste. Keine Firma erhält die Kontaktdaten ihrer Wettbewerber.
In unserem angenommenen Rücklauf bestätigt A den Umfang, B lässt den Zählerumbau offen und C schlägt eine andere Warmwasserlösung vor. Wir bitten B um eine eindeutige Abgrenzung und C um die geforderte Grundvariante plus getrennte Alternative. Ein leerer Betrag gilt dabei nicht als null Euro.
Ergibt die erste Besichtigung einen geänderten Leitungsweg, erstellen wir eine neue Version und geben die Änderung allen drei Firmen. Ein nur telefonisch mit einer Firma besprochener Zusatz darf nicht unbemerkt zum neuen Vergleichsmaßstab werden. Die Bewertung der Antworten erfolgt anschließend gesondert; dafür liefert dieser Generator keinen Punktestand.
PDF und Text prüfen, bevor Sie die Unterlagen weitergeben
„Drucken / PDF“ öffnet den Druckdialog des Browsers. Wählen Sie dort die PDF-Ausgabe und prüfen Sie Seitenumbrüche, ausgefüllte Ergänzungen, Währung und fehlende Angaben. „Text kopieren“ überträgt den Text in die Zwischenablage; „TXT laden“ lädt eine Textdatei herunter. Der kopierte Text ist also kein automatisch versendetes Angebot.
Die Ausgaben enthalten nicht an jeder Stelle dieselbe Detailtiefe: Im Text stehen zusätzlich etwa Personenzahl und energetischer Zustand. Bei gespeicherten Prüfergebnissen zeigt die Dokumentansicht höchstens drei Kennwerte je Ergebnis, der Text dagegen alle zugehörigen Kennwerte. Unser Ausgangsbeispiel mit null Ergebnissen hat keinen solchen Anhang. Wenn Sie Ergebnisse ergänzen, kontrollieren Sie die tatsächlich versendete Fassung.
In der Projektakte abgelegte Originaldateien werden hier nicht automatisch als vollständige Anlagen angehängt. Stellen Sie benötigte Pläne oder Nachweise deshalb gesondert zusammen. Entfernen Sie aus Abrechnungen Angaben, die die Firmen zur Planung nicht benötigen.
Der Entwurf wird lokal im Browser gespeichert. Ein anderer Browser, gelöschte Websitedaten oder blockierter Speicher können die Weiterarbeit beeinträchtigen. Sichern Sie die fertige Ausgabe selbst; der Generator bietet keinen Import einer früheren TXT- oder PDF-Ausgabe. Schon gespeicherte Angaben wie Adresse, Termin und Zielsystem müssen nach Projektänderungen erneut kontrolliert werden.
Was vor einem Auftrag zusätzlich geklärt sein muss
Ein ausgefülltes Dokument ist eine strukturierte Anfrage, keine geprüfte Auslegung und keine Genehmigung. Die Sprache und Datumsdarstellung orientieren sich am gewählten Land, die Währung an der Projektakte. Dadurch werden nationale Netzbetreiberregeln, Förderbedingungen oder Genehmigungen nicht automatisch geprüft. Zuständigkeiten müssen für Deutschland, Österreich oder die Schweiz am konkreten Ort geklärt werden.
EnergieSchweiz empfiehlt eine mit Installations- oder Planungsfirma vereinbarte Leistungsgarantie und betont fachgerechte Inbetriebnahme und Einweisung. Die bloße Ausgabe unseres Dokuments ersetzt eine solche Vereinbarung nicht. Auch eine gedruckte Unterschriftszeile bestätigt noch keine zugesagte Herstellergarantie oder spätere Ausführungsqualität.
Unser Modell endet deshalb mit einer klaren Arbeitsgrundlage: fünf ausgefüllte Kernfelder, sieben unveränderte Blöcke, konkrete Ergänzungen und eine kontrollierte Dateiversion für drei Firmen. Die Antworten müssen danach die offenen Annahmen auflösen. So lässt sich die technische Entscheidung mit Fachleuten treffen, bevor ein Endpreis den Blick auf den tatsächlichen Leistungsumfang verstellt.
Vom Lesen zum Prüfen
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Nachlesen & prüfen
Originalquellen
- 01Wärmepumpe.tech: aktueller Leistungsverzeichnis-Generator, Logik geprüft am 05.11.2026
- 02BWP: Checkliste Fachhandwerker, dreiseitige Vorlage, besonders PDF-Seiten 1–3; geprüft 05.11.2026
- 03klimaaktiv: Kosten neuer Heizungen, Umfang und Elektro-Schnittstellen; geprüft 05.11.2026
- 04EnergieSchweiz: Gebäudetechnik und Leistungsgarantie; geprüft 05.11.2026



