Rechner in der Praxis
5, 10 oder 15 kWh Batteriespeicher: Wie viel erreicht die Wärmepumpe?
Eine doppelt so große Batterie liefert der Wärmepumpe nicht automatisch doppelt so viel Solarstrom. Wir vergleichen 5, 10 und 15 kWh mit denselben Eingaben. Das Beispiel zeigt, wo der verfügbare PV-Überschuss die Rechnung begrenzt und warum der angezeigte jährliche Vorteil noch keine Amortisation ist.

In diesem Artikel
Kurz eingeordnet
Das Wichtigste auf einen Blick
Bei 1800 kWh angenommenem Ladeüberschuss liefern 5, 10 und 15 kWh nominale Kapazität der Wärmepumpe rechnerisch 453,6, 907,2 und 1008 kWh pro Jahr.
Die 15-kWh-Batterie erreicht ihre angenommene Zyklengrenze nicht: Ihr fehlt in diesem Jahresmodell zusätzliche Ladeenergie.
Der berechnete Betriebsvorteil berücksichtigt entgangene Einspeisung, aber weder Kaufpreis noch Finanzierung oder Alterung.
Die konkrete Frage vor dem Speicherkauf
Sie haben eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe. Nun stehen drei Batteriegrößen im Angebot. Entscheidend ist zunächst, wie viel zusätzlicher Solarstrom bei der Wärmepumpe ankommt. Genau diese begrenzte Frage beantwortet unser Batteriespeicher-Rechner. Er verteilt verfügbare Jahresenergie anhand Ihrer Eingaben; er erstellt keinen Stundenfahrplan und dimensioniert keine vollständige Elektroanlage.
Die Grundlagen zu PV und Wärmepumpe sowie zum Unterschied zwischen Strom- und Wärmespeichern stehen in den verlinkten Beiträgen. Hier arbeiten wir stattdessen sämtliche Rechenschritte eines eigenen Beispiels durch. Alle Hausdaten, Preise und Betriebsannahmen sind frei gesetzte Modellwerte, keine Messung und kein dokumentiertes Kundenprojekt.
Als fachlicher Hintergrund zeigt die Stromspeicher-Inspektion 2026 der HTW Berlin Unterschiede zwischen Speichersystemen, etwa bei Wirkungsgraden und Bereitschaftsverbrauch. EnergieSchweiz erläutert im Batterie-Interview, dass auch ein Energiemanagement mit Wärmepumpensteuerung den Eigenverbrauch ohne Batterie verbessern kann. Keine dieser Quellen bestätigt die Eingaben unseres Beispiels.
Zuerst die gemeinsame Ausgangslage eintragen
Wählen Sie zuerst das Land. Der Rechner startet mit Schweiz; Deutschland und Österreich verwenden Euro, die Schweiz Franken. Ein Länderwechsel setzt Bezugs- und Einspeisepreis auf die jeweiligen Startwerte zurück. Er rechnet keine Währungen um und prüft keinen individuellen Vertrag. Für unsere drei Läufe wählen wir Deutschland und überschreiben danach beide Preise.
Die Wärmepumpe braucht angenommen 5000 kWh Strom jährlich. Bereits ohne Batterie gelangen 1200 kWh direkt vom Dach zur Wärmepumpe. Damit verbleiben 5000 − 1200 = 3800 kWh Netzbezug. Als Ladeüberschuss setzen wir 1800 kWh pro Jahr an, nach direktem Verbrauch von Haus und Wärmepumpe. Diese Menge ist weder der gesamte PV-Ertrag noch ein zweites Mal verfügbarer Direktverbrauch.
Die 90 Prozent nutzbare Kapazität, 80 Prozent Systemwirkungsgrad und 180 Vollzyklen sind eigene Planannahmen. Übernehmen Sie solche Werte nicht ungeprüft für ein Produkt. Die Leistungsklassen 5 kW und 10 kW in der HTW-Studie sind zudem etwas anderes als unsere Kapazitäten in kWh. Auch der dortige System Performance Index ist kein unmittelbar übertragbarer Lade-/Entladewirkungsgrad.
Die Batterie dient im Modell mehreren Verbrauchern. Wir ordnen 70 Prozent ihrer Ausgabe der Wärmepumpe zu. Die übrigen 30 Prozent stehen rechnerisch dem restlichen Haushalt zur Verfügung. Das ist eine feste Verteilungsannahme, kein vom Werkzeug gemessener Anteil und keine automatische Vorrangsteuerung.
| Eingabefeld | Unser Wert |
|---|---|
| Wärmepumpenstrom pro Jahr | 5000 kWh |
| Davon direkt aus PV | 1200 kWh |
| PV-Überschuss zum Laden | 1800 kWh/Jahr |
| Nutzbarer Kapazitätsanteil | 90 % |
| Systemwirkungsgrad | 80 % |
| Vollzyklen pro Jahr | 180 |
| Batterieentladung für die Wärmepumpe | 70 % |
| Strombezugspreis / Einspeisevergütung | 0,30 / 0,08 €/kWh |
Von 10 kWh Kapazität zur tatsächlich geladenen Energie
Beginnen wir mit der frei eingestellten nominalen Kapazität von 10 kWh. Nutzbar sind im Modell 10 × 0,90 = 9 kWh. Der Rechner multipliziert diesen Wert mit den Vollzyklen: 9 kWh × 180 = 1620 kWh pro Jahr maximal angesetzte Ladeenergie. Kapazität beschreibt den Energieinhalt eines Ladezustands; die Jahresmenge entsteht erst durch wiederholte Nutzung.
Anschließend nimmt das Programm den kleineren Wert aus Zyklengrenze und Ladeüberschuss: Minimum aus 1620 und 1800 ist 1620 kWh. Das ist die tatsächlich angesetzte PV-Ladung. Nach dem Systemwirkungsgrad bleiben 1620 × 0,80 = 1296 kWh Batterieausgabe für alle zugeordneten Verbraucher zusammen.
Davon erhält die Wärmepumpe 1296 × 0,70 = 907,2 kWh. Zusätzlich prüft der Rechner, ob überhaupt noch so viel Wärmepumpen-Netzbezug ersetzt werden kann. Die endgültige Menge ist das Minimum aus diesem Anteil und den zuvor ermittelten 3800 kWh. Hier begrenzt der Bedarf das Ergebnis nicht.
Der neue Wärmepumpen-Netzbezug beträgt deshalb 3800 − 907,2 = 2892,8 kWh. Zusammen mit den direkten 1200 kWh kommen 2107,2 kWh aus PV zur Wärmepumpe. Bezogen auf deren 5000 kWh sind das 42,144 Prozent; angezeigt wird gerundet 42,1 Prozent. Davon entfallen 18,144 Prozentpunkte auf die Batterie, angezeigt als 18,1 Prozent.
Drei Größen mit demselben Überschuss vergleichen
Die feste Vergleichstabelle des Werkzeugs zeigt unabhängig von der frei gewählten Größe immer 5, 10 und 15 kWh mit denselben übrigen Eingaben. Bei 5 kWh sind 4,5 kWh nutzbar. Mit 180 Zyklen entstehen 810 kWh Ladung, daraus 648 kWh Ausgabe und bei 70 Prozent Zuordnung 453,6 kWh für die Wärmepumpe.
Bei 15 kWh ergibt die Zyklengrenze zunächst 15 × 0,90 × 180 = 2430 kWh. Unser Überschuss reicht aber nur für 1800 kWh. Damit sind 1440 kWh Ausgabe und 1008 kWh für die Wärmepumpe erreichbar. Die tatsächlich angesetzte Ladung entspricht 1800 ÷ 13,5 = rund 133,3 nutzbaren Kapazitätsumsätzen statt der angesetzten Obergrenze von 180.
Von 5 auf 10 kWh verdoppelt sich die Wärmepumpenmenge in diesem Beispiel. Von 10 auf 15 kWh kommen dagegen nur 100,8 kWh jährlich hinzu. Die verbleibenden 630 kWh rechnerischen Ladepotenzials der großen Batterie können ohne zusätzlichen Überschuss nicht genutzt werden. Eine andere Lastverteilung könnte das Ergebnis zusätzlich verändern.
Die folgende Tabelle zeigt bewusst Nachkommastellen, damit die Bilanz prüfbar bleibt. Der Rechner rundet Energiemengen in seiner Oberfläche auf ganze kWh. So stehen dort bei der 10-kWh-Variante 907 kWh aus Batterie und 2893 kWh verbleibender Netzbezug.
| Nominale Batterie | Nutzbar | Zyklengrenze | PV-Ladung | Ausgabe gesamt | Davon WP | WP-Netzbezug |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 5 kWh | 4,5 kWh | 810 kWh | 810 kWh | 648 kWh | 453,6 kWh | 3346,4 kWh |
| 10 kWh | 9 kWh | 1620 kWh | 1620 kWh | 1296 kWh | 907,2 kWh | 2892,8 kWh |
| 15 kWh | 13,5 kWh | 2430 kWh | 1800 kWh | 1440 kWh | 1008 kWh | 2792 kWh |
Warum entgangene Einspeisung und Verluste dazugehören
Die Wärmepumpe bekommt im 10-kWh-Fall 907,2 kWh. Dafür muss ihr ein größerer Teil der ursprünglichen Ladung zugerechnet werden: 907,2 ÷ 0,80 = 1134 kWh. Die Differenz von 226,8 kWh sind die der Wärmepumpe zugerechneten Speicherverluste. Der gesamte Batteriespeicher verliert in derselben Modellbilanz 1620 − 1296 = 324 kWh. Diese beiden Verlustzahlen dürfen nicht verwechselt werden.
Der vermiedene Stromeinkauf beträgt 907,2 × 0,30 = 272,16 Euro. Die entgangene Einspeisevergütung wird dagegen auf die zugerechnete Ladeenergie berechnet: 1134 × 0,08 = 90,72 Euro. Es bleiben 181,44 Euro jährlicher Betriebsvorteil für die Wärmepumpe. Die Oberfläche zeigt gerundet 181 Euro, nicht 181 Euro Gewinn nach sämtlichen Kosten.
Pro an die Wärmepumpe gelieferter Kilowattstunde bleiben hier 0,30 − 0,08 ÷ 0,80 = 0,20 Euro. Bei diesen Annahmen wäre der reine Betriebseffekt erst dann positiv, wenn der vermiedene Bezugspreis größer als 0,10 Euro je gelieferter kWh ist. Diese aus dem Modell abgeleitete Schwelle enthält weiterhin keinen Kaufpreis.
| Batterie | Zugerechnete PV-Ladung | WP-Verluste | Vermiedener Bezug | Entgangener Erlös | Vorteil/Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| 5 kWh | 567 kWh | 113,4 kWh | 136,08 € | 45,36 € | 90,72 € |
| 10 kWh | 1134 kWh | 226,8 kWh | 272,16 € | 90,72 € | 181,44 € |
| 15 kWh | 1260 kWh | 252 kWh | 302,40 € | 100,80 € | 201,60 € |
Was sich aus dem Ergebnis ableiten lässt
Für die Wärmepumpe allein bringt die zusätzliche Kapazität von 10 auf 15 kWh nur 20,16 Euro weiteren jährlichen Betriebsvorteil unter unseren Annahmen. Das ist ein Anlass, den Mehrpreis und die Nutzung zu prüfen. Es beweist nicht, dass eine der Größen insgesamt wirtschaftlich optimal ist: Der Nutzen der übrigen Haushaltsverbraucher wird finanziell nicht mitbewertet.
Mit 15 kWh beträgt die gesamte PV-Deckung der Wärmepumpe 2208 ÷ 5000 = 44,16 Prozent. Das ist eine jährliche Zuordnungsquote, kein Autarkiegrad des gesamten Hauses. Auch ein hoher Jahreswert sagt nicht, ob an einem konkreten kalten Abend genug Ladezustand und Entladeleistung verfügbar sind.
Ein geringerer Wärmepumpenanteil verringert ihre zugerechnete Energiemenge. Liegt der direkte PV-Anteil bereits nahe am gesamten Wärmepumpenverbrauch, greift dagegen die Bedarfsgrenze. Prüfen Sie die Eingaben erneut, statt eine höhere Prozentzahl als zugesicherte Verbesserung zu behandeln. Übersteigt direkter PV-Strom den gesamten Wärmepumpenstrom, verlangt die Oberfläche eine Korrektur.
Die Grenzen vor einer Kaufentscheidung klären
Das Jahresmodell kennt weder Wetter noch Tageszeiten. Es prüft nicht, ob die angenommenen 180 Zyklen mit Ihrem Lastprofil, Ihrer PV-Erzeugung und der gewünschten Zuordnung überhaupt erreichbar sind. Überschuss und Zyklen sind gemeinsam zu begründen. Einen saisonalen Ausgleich vom Sommer in den Winter bildet die Rechnung nicht ab.
Kilowattstunden Kapazität ersetzen außerdem keine Prüfung der Leistung in Kilowatt. Ladefenster, Entladeleistung, Standby, Temperatur, Reserve-Ladezustand, Alterung und EMS-Regeln können den realen Nutzen verändern. Der pauschale Wirkungsgrad ersetzt keine getrennte Berechnung dieser Einflüsse. Bei Produktdaten müssen Messgrenzen und Betriebsbedingungen zusammenpassen.
Für eine Investitionsentscheidung fehlen Anschaffung, Einbau, Finanzierung, spätere Reparaturen und Kapazitätsverlust. Der angezeigte Netto-Vorteil ist ausschließlich vermiedener Netzbezug abzüglich entgangener Einspeisung. Ein Amortisationsjahr oder eine Kaufempfehlung berechnet dieser Batteriespeicher-Rechner nicht. Nutzen Sie die Rechnung deshalb als Vorprüfung und besprechen Sie anschließend ein zeitlich aufgelöstes Lastprofil mit dem Fachbetrieb.
Mit eigenen Daten weiterarbeiten
Übernehmen Sie zuerst Wärmepumpenstrom und den bereits direkt genutzten PV-Anteil aus einer konsistenten Messung oder Planung. Ermitteln Sie dann den verbleibenden Ladeüberschuss nach direktem Hausverbrauch. Setzen Sie nutzbare Kapazität, Wirkungsgrad und Zyklen nachvollziehbar an und dokumentieren Sie die angenommene Aufteilung zwischen Wärmepumpe und Haushalt.
Vergleichen Sie anschließend alle drei Größen mit denselben Preisen. Unser Beispiel liefert 453,6, 907,2 und 1008 kWh zusätzlichen PV-Strom für die Wärmepumpe. Der wichtigste nächste Schritt ist, die begrenzenden Annahmen mit echten Zeitreihen zu prüfen. Erst zusammen mit vollständigen Angeboten lässt sich beurteilen, welche Batterie zu Ihrem Gebäude und Ihrem Ziel passt.
Quellen und aktuelle Rechnerlogik geprüft am 02.11.2026. Sämtliche Zahlen des Beispiels sind Annahmen; kein gemessener Anlagenbetrieb, keine Winterautarkie und keine Renditezusage.
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